ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2006Tarifkonflikt: Desinformation durch die Arbeitgeber
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LNSLNS Das hat es in Deutschland noch nicht gegeben, dass Chefärzte, Ober-, Assistenzärzte und auch niedergelassene Ärzte gegen Arbeitsbedingungen, Bezahlung, überbordende Bürokratie protestieren und streiken. Endlich scheint sich die Ärzteschaft darüber klar zu werden, dass sie eine Verbesserung nur erreichen kann, wenn sie solidarisch ist, Patienten und Bevölkerung hinter sich schart und standhaft bis zum Erreichen ihrer Ziele bleibt. Vielleicht geht der unselige Verteilungskampf der Ärzte untereinander zu Ende? Die Bürger haben bemerkt, dass gute medizinische Versorgung nur mit zufriedenen Ärzten möglich ist. Die Medizin ist die beste, bei der von den Ressourcen Menschen, Zeit und Geld das meiste beim Patienten ankommt, also wenn Ärzte, Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe hoch motiviert sind. Es widerspricht ärztlichem Selbstverständnis, viel Zeit für im weitesten Sinne rein abrechnungstechnische Dokumentation aufwenden zu müssen, statt sich um Patienten und Angehörige zu kümmern, aufzuklären, zu informieren, zu untersuchen, um auch kleine Hinweise auf Verschlechterung nicht zu übersehen . . . Die Hinhaltetaktik der Arbeitgeberseite, die inzwischen mit selektiven Zahlen die Öffentlichkeit manipulieren will, um den mit der Nichtärztegewerkschaft Ver.di geschlossenen Tarifvertrag auch für Ärzte durchzusetzen, ist perfide und höchst gefährlich. An einer ähnlichen Desinformationskampagne ist der Steuerreformer Kirchhof gescheitert. Umso wichtiger ist es, umgehend eine didaktisch exzellente Aufklärung an die Öffentlichkeit zu bringen, die die Fakten präzise, knapp und verständlich z. B. mit einem Flugblatt unter die Leute bringt . . .
Dr. Klaus Blumberg,
Zum Altmühlspitz 5, 93309 Kelheim
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