ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2006Mammographie: Kein Nutzen
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LNSLNS Prof. Dr. Katzenmeier weist zu Recht darauf hin, dass der Nutzen des Screenings die damit verbundenen Risiken überwiegen muss (= rechtfertigende Indikation). Ein statistisch fassbarer Nutzen ist
erst bei einer Beteiligung von mehr als 70 Prozent aller Frauen zwischen 50 und 69 Jahren gegeben. Bei einer Beteiligung unter 70 Prozent ist die Anwendung von Röntgenstrahlen im Rahmen einer Screening-Mammographie somit nach dem Stand der medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse unzulässig, da kein Nutzen und somit keine rechtfertigende Indikation vorliegt. Bisher hat noch keines der schon jahrelang laufenden Modellprojekte Teilnehmerinnenzahlen von mehr als 70 Prozent erreicht. Es stellt sich die Frage, wie viele Jahre lang Teilnahmequoten unter 70 Prozent, also ein Verstoß gegen die rechtfertigende Indikation zur Anwendung von Röntgenstrahlen, geduldet werden. Ungeklärt ist auch die Rechtsschutzversicherung für den Programmverantwortlichen. Bisher ist meines Wissens keine Rechtsschutzversicherung bereit, den Programmverantwortlichen als Betreiber eines Mammographie-Centers zu versichern. Dies wundert mich nach den Ausführungen von Herrn Prof. Dr. iur. Katzenmeier nicht.
Dr. med. Klaus Engels, Zentrum für Radiologie und Nuklearmedizin, Grötzinger Straße 3, 76227 Karlsruhe
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