ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2006Akupunktur bei chronischen Schmerzen – Ergebnisse aus dem Modellvorhaben der Ersatzkassen: Zweifel

MEDIZIN: Diskussion

Akupunktur bei chronischen Schmerzen – Ergebnisse aus dem Modellvorhaben der Ersatzkassen: Zweifel

Dtsch Arztebl 2006; 103(25): A-1749 / B-1498 / C-1450

Bärenz, Albrecht

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LNSLNS Obwohl oder weil ich seit 25 Jahren akupunktiere, habe ich gediegene Zweifel an dem Optimismus, der in diesen Artikeln ausgedrückt wurde. Im Sinne einer evidenzbasierten Medizin können die Ergebnisse der Modellvorhaben der Kassen nicht interpretiert werden. Nur die TK hatte eine Kontrollgruppe, die so genannte „Wartelistenkontrolle“.
Die Studie war so angelegt, dass diese Gruppe von vornherein sehr viel kleiner als die Verumgruppe ausfallen musste. Die anderen Ersatzkassen hatten gar keine Kontrollgruppen vorgesehen. Weiter wurde die Evaluation vom Behandler selbst vorgenommen. Und der stützte sich auf die subjektive Einschätzung des Patienten („ja ja, Doktor, ist schon besser . . .“). Nur ein gewisser Prozentsatz der überwiegend hausärztlichen Patienten würde dem Arzt des Vertrauens schonungslos ins Gesicht sagen, dass seine Bemühungen umsonst waren.
Freilich ist nicht zu übersehen, dass es vielen Patienten nach der Akupunkturbehandlung besser geht – subjektiv, versteht sich. Dies darf durchaus als Erfolg gesehen werden – nur eben nicht als Beweis der Effizienz einer Methode.
Initiatoren und Geldgeber der Modellvorhaben waren die Kassen. Fragen wir uns also zunächst nach deren Interessen, so wie wir das bei der Pharmaindustrie auch tun müssen.

Dr. med. Albrecht Bärenz
Facharzt für Allgemeinmedizin
Akupunktur – Chirotherapie – Homöopathie
Gassbacherweg 28
64689 Grasellenbach

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