ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2006Annette Widmann-Mauz: Das Zepter in der Hand

VARIA: Personalien

Annette Widmann-Mauz: Das Zepter in der Hand

Dtsch Arztebl 2006; 103(25): A-1769 / B-1517 / C-1469

Blöß, Timo

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Annette Widmann-Mauz Foto: photothek.net
Annette Widmann-Mauz
Foto: photothek.net
Hätte sich Annette Widmann-Mauz vor rund 20 Jahren tatsächlich anders entschieden, hätte die CDU-Politikerin am 13. Juni ihren 40. Geburtstag wohl ein wenig enspannter feiern können. Dann nämlich würde sie jetzt mit den Grünen auf der Oppositionsbank sitzen und müsste nicht als gesundheitspolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion bis zum Sommer unter Hochdruck eine Gesundheitsreform ausarbeiten.
Das Forsche der Grünen habe sie gereizt, letztlich aber habe die CDU das „sinnvollere Zukunftsversprechen“ gegeben, so Widmann-Mauz im Nachhinein. Das Forsche aber hat sich die gebürtige Tübingerin erhalten. Die studierte Politik- und Rechtswissenschaftlerin trat 1984 der CDU bei. Seit 1998 ist sie Mitglied im Bundestag, 2002 wurde sie gesundheitspolitische Sprecherin.
Lange hat sie mit dem Vorsitzenden der „Arbeitsgruppe Gesundheit“, Andreas Storm (CDU), um die gesundheitspolitische Vorherrschaft in der Fraktion konkurriert. Nachdem dieser Ende letzten Jahres als Parlamentarischer Staatssekretär ins Bundesbildungsministerium gewechselt ist, hat Widmann-Mauz nun das Zepter in der Hand.
Das nutzt die Frau, die nebenbei auch Mitglied im Förderverein „Schwäbischer Dialekt“ ist, wie wenig andere Unions-Gesundheitspolitiker für Vorstöße aus dem Parlament. So war sie es beispielsweise, die Anfang des Jahres einforderte, über Veränderungen bei den Zuzahlungen Anreize für preiswertere Arzneiverschreibungen zu setzen. Mit Erfolg, denn mit dem Arzneimittel-Wirtschaftlichkeitsgesetz ist dies nun in modifizierter Form in Kraft getreten. Sollte sich Widmann-Mauz weiter mit ihren Ideen durchsetzen, könnte das auch die Ärzte freuen – hat sie sich doch für Ärztehonorare in „festen Europreisen“ ausgesprochen. Timo Blöß
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