ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2006Mitteilungen: Einführung einer Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung zur interventionellen Radiologie nach § 135 Abs. 2 SGB V

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Mitteilungen: Einführung einer Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung zur interventionellen Radiologie nach § 135 Abs. 2 SGB V

Dtsch Arztebl 2006; 103(25): A-1772 / B-1520 / C-1472

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LNSLNS Mit Einführung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes EBM 2000plus zum 1. April 2005 wurde nach den Vorgaben in Kapitel 34.2.9 des EBM in Analogie und Abgrenzung zu Herzkatheteruntersuchungen und -interventionen die Ausführung und Abrechnung von Leistungen der diagnostischen und interventionellen Angiographien (GNR 34283 bis 34287) in der vertragsärztlichen Versorgung unter Genehmigungsvorbehalt gestellt.
Die Voraussetzungen zur Erlangung der Genehmigung sind in der nachfolgenden „Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur interventionellen Radiologie“ geregelt. Analog zur bereits bestehenden „Qualitäts­sicherungs­ver­ein­barung zur invasiven Kardiologie“ regelt die Vereinbarung die fachlichen, apparativen, räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Durchführung von diagnostischen Katheterangiographien und therapeutischen Eingriffen am arteriellen Gefäßsystem sowie die (nicht genehmigungspflichtige) Nachbetreuung der Patienten.
Bei der Festlegung der Anforderungen an die fachliche Befähigung wurden die Vorgaben der (Muster-)Weiter­bildungs­ordnung berücksichtigt. Dementsprechend gelten als Voraussetzungen zum Erhalt einer Genehmigung nach dieser Vereinbarung die Berechtigung zum Führen der Gebietsbezeichnung Radiologie, eine mindestens einjährige überwiegende Tätigkeit in der angiographischen Diagnostik sowie der Nachweis von mindestens 500 diagnostischen Gefäßdarstellungen oder therapeutischen Eingriffen am arteriellen Gefäßsystem unter Anleitung, wovon mindestens 250 kathetergestützt erbracht worden sein müssen. Zur Erlangung der Genehmigung zur Durchführung interventioneller Angiographien müssen die 250 kathetergestützten Angiographien zudem mindestens 100 das Gefäß erweiternde und 25 das Gefäß verschließende Maßnahmen beinhalten.
Aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades der Erbringung von angiographischen Leistungen bestehen überdies Anforderungen an die ärztliche Routine. Während Genehmigungsinhaber zur Durchführung ausschließlich diagnostischer Katheterangiographien jährlich 100 diagnostische arterielle Gefäßdarstellungen nachweisen müssen, haben Genehmigungsinhaber zur Durchführung von interventionellen Angiographien einen Nachweis über mindestens 100 Katheterangiographien, wovon mindestens 50 interventionell sein müssen, zu erbringen.
Die Anforderungen an die apparative Ausstattung des Röntgengerätes richten sich nach Abschnitt C der Vereinbarung zur Strahlendiagnostik und -therapie nach § 135 Abs. 2 SGB V. Die erforderlichen räumlichen Voraussetzungen entsprechen im Wesentlichen denen kleinerer invasiver Eingriffe der Empfehlungen zu „Anforderungen der Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen“ des Robert Koch-Instituts aus dem Jahre 2000.
Weiterhin wurden Anforderungen an die Praxisorganisation im Hinblick auf die Durchführung der Angiographien und die Nachbetreuung festgelegt. So ist zu gewährleisten, dass während der Durchführung eine medizinische Fachkraft im Eingriffsraum anwesend ist und eine weitere medizinische Fachkraft unmittelbar zur Verfügung steht. Ferner muss ein weiterer Arzt mit Erfahrungen in der Notfallmedizin in der Einrichtung zur Verfügung stehen. Bei der Durchführung von interventionellen Angiographien ist zudem sicherzustellen, dass der Patient nach Feststellung des Erfordernisses einer chirurgischen Notfallintervention innerhalb von höchstens zwei Stunden einer stationären Einrichtung zur gefäßchirurgischen Versorgung zugeführt werden kann.
Während der nach diagnostischer und interventioneller Angiographie differenzierten Nachbetreuung von in der Regel vier bzw. sechs Stunden Dauer müssen mindestens eine medizinische Fachkraft und ein Arzt mit jeweils spezifischen Kenntnissen und Erfahrungen in der Nachbetreuung anwesend sein bzw. in der Einrichtung zur Verfügung stehen. Ferner muss sichergestellt sein, dass innerhalb von 24 Stunden nach Eingriff ein Arzt, der über eine Genehmigung nach dieser Vereinbarung verfügt, telefonisch für den Patienten erreichbar ist.
Vorbehaltlich der endgültigen Unterzeichnung durch die Partner der Bundesmantelverträge tritt die „Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach § 135 Abs. 2 SGB V zur interventionellen Radiologie“ zum 1. Juli 2006 in Kraft. Ärzte, die die betreffenden Leistungen bereits regelmäßig in der vertragsärztlichen Versorgung erbracht haben, erhalten gemäß einer Übergangsregelung eine Genehmigung nach dieser Vereinbarung, sofern diese innerhalb von sechs Monaten nach In-Kraft-Treten der Vereinbarung beantragt wird.
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