ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2006Deutsche Ärzteversicherung: Ein kleines gallisches Dorf, das sich behauptet

Versicherungen

Deutsche Ärzteversicherung: Ein kleines gallisches Dorf, das sich behauptet

Dtsch Arztebl 2006; 103(25): [79]

Combach, Rolf

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Auch 125 Jahre nach seiner Gründung ist der Standesversicherer der Heilberufe selbstständig.

Am 3. Mai ist der Standesversicherer der Heilberufe, die Deutsche Ärzteversicherung, 125 Jahre alt geworden. Bis heute ist das Unternehmen eine Versicherungsgesellschaft, die sich ausschließlich um die Versicherungsprobleme für Angehörige der akademischen Heilberufe kümmert. Gründungsmitglied im Jahre 1881 war unter anderem der spätere Nobelpreisträger Robert Koch.
Die Deutsche Ärzteversicherung mit ihrem Hauptsitz in Köln hat sich in den vielen Jahren ihre Selbstständigkeit erhalten können – was in der heutigen von Übernahmen und Fusionen geprägten globalisierten Wirtschaftswelt alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. „Wir sind ,ein kleines gallisches Dorf‘, das sich inmitten der vielen Großen mit Erfolg seit Jahrzehnten behauptet“, zieht Vorstand Hans Geiger einen Vergleich zu den Asterix-Comics, in denen sich ein Dorf erfolgreich gegen die Besetzung durch die Römer zur Wehr setzt. Geiger ist stolz auf die Selbstständigkeit. Zwar habe die Deutsche Ärzteversicherung früher zum Colonia-Konzern gehört und sei heute Teil der AXA-Gruppe, dies habe aber keinen Einfluss auf die selbstständige Geschäftstätigkeit.
Die Deutsche Ärzteversicherung betreute im Jubiläumsjahr mehr als 210 000 Verträge mit einer Versicherungssumme von mehr als 15 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen beliefen sich im letzten Jahr auf rund 500 Millionen Euro. Erstaunlich ist die geringe Stornoquote von nur rund zwei Prozent. Der Branchendurchschnitt liegt beim knapp Dreifachen. Die niedrige Stornoquote spricht für eine gute Produktpalette und für einen guten Service.
Im Jahre 1987 wurde die Deutsche Ärzteversicherung Allgemeine Versicherungs-AG gegründet, die sich um arztspezifische Sachrisiken kümmert wie Berufshaftpflicht, Praxisinhaltversicherung und private Unfallversicherung. Die Gesellschaft betreut 45 000 Kunden mit gut 10 Millionen Beitragseinnahmen.
Was bei einer Versicherungsgesellschaft nicht immer selbstverständlich ist, ist, dass der Verbraucherschutz besonders hoch angesiedelt ist. Daher gibt es bei der Deutschen Ärzteversicherung einen Kundenbeirat. Er wurde für sol-che Situationen geschaffen, wenn es einmal zu Unstimmigkeiten zwischen Kunde und Versicherer kommen sollte. „Der Beirat ist besetzt mit renommierten Persönlichkeiten des deutschen Heilwesens und ist eine Institution, die in der deutschen Versicherungslandschaft einzigartig ist – mit echter Ombudsmann-Funktion für jeden unserer Versicherten“, erklärt Vorstand Geiger. Derzeit seien unter anderem Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundes­ärzte­kammer, und weitere sechs Ärztekammerpräsidenten Mitglied des Kundenbeirats. Ist ein Kunde mit einer Entscheidung der Ärzteversicherung nicht einverstanden, kann er innerhalb von drei Monaten den Kundenbeirat einschalten, der sich sodann mit dem konkreten Leistungsfall befasst. Dabei ist er verpflichtet, sich innerhalb von sechs Wochen ein völlig unabhängiges Urteil zu bilden.
Wichtigster Partner der Deutschen Ärzteversicherung ist neben zahlreichen berufsständischen Verbänden und Körperschaften die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, die rund 35 Prozent des Neugeschäfts einfährt. Rolf Combach
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