ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2006Wissensmanagement im toxikologischen Laboratorium: Wissen gezielt verfügbar machen

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Wissensmanagement im toxikologischen Laboratorium: Wissen gezielt verfügbar machen

Vidal, Christian

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LNSLNS Die Bedeutung von Wissensmanagement in der Medizin wurde erst in den vergangenen Jahren nach und nach entdeckt. Um komplexes Wissen in Einrichtungen des Gesundheitswesens verfügbar zu machen, bietet die Methodik ein großes Potenzial. In einem toxikologischen Notfalllaboratorium wurde eine webgestützte Wissensdatenbank auf Basis eines Content-Management-Systems aufgebaut, die sich inzwischen im Routinebetrieb bewährt. Die Anforderungen an den Arbeitsalltag eines solchen Laboratoriums bieten hierfür ideale Ansatzpunkte. Die hohe Komplexität des zugrunde liegenden Know-hows, ein Höchstmaß an Interdisziplinarität im Personalbereich sowie strenge Kriterien in Bezug auf Qualität und Antwortzeiten bei der Auftragsbearbeitung sind Anforderungen, die mit einem Wissensmanagementsystem als Werkzeug optimal unterstützt werden können.
Überall dort, wo eine Gruppe von Mitarbeitern – gegebenenfalls unterschiedlicher beruflicher Qualifikation, unterschiedlichen Fachrichtungen angehörend oder zu unterschiedlichen Zeiten an verschiedenen Orten eingesetzt – auf einen gemeinsamen, sich dynamisch verändernden Wissenspool angewiesen sind, ist der Einsatz von Wissensmanagement vorteilhaft. So können etwa in einem Krankenhaus in verschiedenen Abteilungen angesiedelte Laboratorien gemeinsam eine Plattform schaffen, um gegenüber den klinisch tätigen Kollegen das verfügbare diagnostische Leistungsspektrum zu erläutern und Hilfen zur Befundinterpretation anzubieten.
In einer Arztpraxis oder einer klinischen Abteilung kann eine Wissensbasis als Grundlage für den Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems genutzt werden. Bei der Dokumentensteuerung (Versionskontrolle, Aktualität der Daten) ist eine elektronische Datenbank mit zentralem Zugriff unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche vorteilhaft und papiergestützten Systemen deutlich überlegen. Auch lassen sich die organisatorischen Abläufe innerhalb einer Praxis oder der Station einer Klinik durch den Einsatz einer Wissensbasis effektiver und transparenter gestalten.
Entscheidend ist, dass Pflege und Benutzung der Wissensbasis unkompliziert und ohne aufwendige Einarbeitung möglich sind. Dadurch erhält das System eine gute Akzeptanz, und der Nutzen wird für die Mitarbeiter rasch sichtbar. Das individuelle Wissen wird adäquat abgebildet, das Qualitätsbewusstsein geschärft und strukturiertes Arbeiten im Alltag gefördert.
Dr. rer. nat. Christian Vidal

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