ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2006Bürokratieabbau: Berufliche Zukunft im Ausland
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LNSLNS Frau Schmidt steht in der Tradition ihrer Vorgänger seit Ehrenberg, den deutschen Ärzten Einkommen und Lebensqualität so weit zu mindern, dass zumindest die Jüngeren unter uns nun mit Eifer Norwegisch oder Schwedisch lernen, um mit mehr Hoffnung in die berufliche Zukunft zu sehen. Anders als ihren Vorgängern kommt aber Frau Schmidt neben ihrem Charme auch ein zuverlässig wirkender Humor zugute. Sie verkündet inzwischen auf vielen Veranstaltungen ihren neuerdings erwachten, dringlichen Wunsch, uns Ärzten die Bürokratie zu mindern. Mittel dazu ist neben der geplanten elektronischen Gesundheitsakte (die uns Hunderte Stunden pro Jahr kosten wird), lächerlichen Qualitäts-management-Gesetzen, DRG-Fragebögen, Praxisgebühren, Diagnosekodierungen, Zwang zur Stellung von Sicherheitsbeauftragten sowie Datenschutzbeauftragten, Zwang zum Sammeln von ,,Fortbildungspünktchen“, Richtgrößen- und Statistikkontrollen für Medikamente und demnächst auch für jede Art von Heil- und Hilfsmitteln eine ganz neue Maßnahme. Für diese benötigt Frau Schmidt aber auch ihre Kabinettskollegen sowie den Bundesrat. Wir erhalten nun zur Gestaltung unserer Freizeit die Möglichkeit zur Führung eines Fahrtenbuches für jede einzelne dienstliche Fahrt. Bei jedem Besuch eines Patienten, ob tags oder tief in der Nacht dürfen wir nun Kilometerstände zu Beginn und Ende jeder Fahrt sowie deren Zweck notieren. Natürlich gilt das dann rückwirkend ab dem 1. Januar dieses Jahres. Wir Ärzte und Steuerzahler hatten allerdings auch nicht erhofft, wie die Damen und Herren Politiker Kostenerstattungspauschalen ohne Nachweise und Belege zu erhalten. Es wäre anständig, wenn die Ärztekammern vorsorglich die Kollegen aus der Ukraine und Weißrussland über das informieren, was sie nach unserer Substitution bei ihrer künftigen Tätigkeit in Deutschland erwarten wird.
Dr. Reinhard Kennemann, Ückendorfer Straße 51, 45327 Essen
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