ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2006Reformdiskussion: Geld effektiver einsetzen
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LNSLNS Zweifellos sind die Zusammenhänge der derzeitigen Misere des Gesundheitswesens vielschichtig und kompliziert. Eine der wesentlichen Ursachen ist aus meiner Sicht der sorglose und verantwortungslose Umgang mit den Geldmitteln sowohl seitens der Ärzte als auch der Patienten. Viele teure und aufwendige Untersuchungen werden nur aus Verlegenheit und Routine mangels persönlichen Engagements bei der Diagnosefindung veranlasst. Die Erkenntnisse der Psychosomatik werden zu wenig berücksichtigt. Das Anspruchsdenken der Versicherten wird in falsche Bahnen gelenkt. Das Konkurrenzdenken der Ärzte verhindert den Erfahrungsaustausch, sodass viele diagnostische Maßnahmen unnötig wiederholt werden. Nicht das Wohl des Patienten, sondern die Sorge um das eigene Wohl steht im Vordergrund. Das Abrechnungssystem der ärztlichen „Leistungen“ ist zu undurchsichtig und verleitet geradezu zum Missbrauch. Die bekannt gewordenen Betrugsfälle stellen nur die Spitze des Eisbergs dar. Die ärztliche Ethik des „primum nihil nocere“ ist vergessen. Außerdem wäre es Aufgabe der Politik, den Preiswucher der Pharmaindustrie und Apotheken in die Schranken zu verweisen.
Dr. med. Otmar Behr, Kreisstraße 54, 66127 Klarenthal
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