ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2006Cholezystektomie nach endoskopischer Sphinkterotomie

MEDIZIN: Referiert

Cholezystektomie nach endoskopischer Sphinkterotomie

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LNSLNS Bei Patienten mit einer Cholezysto-Choledocholithiasis wird meist zunächst mittels endoskopischer Sphinkterotomie eine Sanierung der Gallenwege angestrebt. Nur in zehn Prozent der Fälle erfolgt anschließend eine Cholezystektomie zur endgültigen Sanierung des Steinleidens.
Die Autoren führten eine prospektive Studie an 178 Patienten mit einer Cholezysto-Choledocholithiasis durch, bei denen eine endoskopische Sphinkterotomie vorgenommen und anschließend eine laparoskopische Cholezystektomie veranlasst (82 Patienten) oder gewartet wurde (96 Patienten). Postoperative Komplikationen wurden bei acht Patienten (9 Prozent) beobachtet.Während einer 5-jährigen Nachbeobachtungszeit klagten sechs operierte Patienten (7 Prozent) über Galleprobleme. Von den Patienten mit Gallenblase in situ entwickelten 21 (24 Prozent) Galleprobleme wie Cholangitis (13 Prozent), akute Cholezystitis (5 Prozent), Koliken (2 Prozent) und Ikterus (1 Prozent). Dieser Unterschied war signifikant (p = 0,001), wohingegen die Zahl der Todesfälle während des Beobachtungszeitraums keine Unterschiede zeigte.
Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass nach einer endoskopischen Sphinkterotomie zur Sanierung einer Choledocholithiasis den Patienten dringend zu einer anschließenden Cholezystektomie geraten werden sollte. w

Lau JYW, C-KLeow, TMK Fung et al.: Cholecystectomy or gallbladder in situ after endoscopic sphincterotomy and bile duct stone removal in Chinese patients. Gastroenterology 2006; 130: 96–103.

E-Mail: laujyw@surgery.cuhk.edu.hk

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