ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2006Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Erneut verbessertes Ergebnis

VARIA: Wirtschaft

Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Erneut verbessertes Ergebnis

Dtsch Arztebl 2006; 103(26): A-1838 / B-1578 / C-1527

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Quelle: Apo-Bank, Geschäftsbericht 2005
Quelle: Apo-Bank, Geschäftsbericht 2005
Zum dritten Mal in Folge hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (Apo-Bank), Hauptverwaltung Düsseldorf, das bankgeschäftliche Betriebsergebnis im Geschäftsjahr 2005 verbessert. Das „sehr erfolgreiche Geschäftsjahr“ bescherte der Partnerbank der Heilberufe das beste Ergebnis in ihrer mehr als 100-jährigen Geschichte. Das qualitative Wachstum wegen der verbesserten Aufwandsrentabilität stärkte die Position der Bank als die „Nummer eins als Finanzdienstleister im Gesundheitswesen“ weiter. Aufgrund der Ergebnisse im ersten Quartal 2006 prognostiziert die Apo-Bank für 2006 ein Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge, das zumindest das Vergleichsergebnis des Vorjahres erreicht.
Die Apo-Bank rechnet mit einem weiter steigenden Kundenwachstum, einer Ausdehnung des Kredit- und Wertpapierkundengeschäfts sowie der Festigung der Produkt- und Vertriebsstrategie. Trotz des Zinsüberschusses und des erwarteten organischen Kreditwachstums wird in der mittelfristigen Fünfjahresplanung keine Verbesserung der Zinsspanne erwartet. Die Zinsspanne der Bank ging von 2,40 Prozent im Jahr 1996 auf 1,63 Prozent im vergangenen Jahr zurück. Dies ist die Quintessenz des „Lageberichts“ des Sprechers des Vorstandes der Bank, Günter Preuß, vor der Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Apo-Bank am 9. Juni in Neuss.
Die Ergebnisse der Gewinn- und Verlustrechnung im Jahresabschluss spiegeln eine angemessene Ausweitung des Zinsüberschusses, eine streng risikoorientierte Wertpapierstrategie und eine forcierte Steigerung der zinsunabhängigen Geschäfte sowie der Geschäftsverbindungen mit Institutionen wider. Die weiter verbesserte Aufwandsrentabilität dokumentiert, dass die Kostensteigerungen im Service und bei der Verwaltung durch Ertragsverbesserungen im operativen Geschäft mehr als kompensiert wurden.
Ausweislich des Geschäftsberichtes für 2005 stieg die Zahl der Kunden von 277 500 auf 289 000. Seit 1989 hat sich die Kundenzahl der Bank mehr als verdoppelt. Prozentual geringer war der Zugang an Mitgliedern der Bank; deren Zahl erhöhte sich von 99 484 auf 101 036.
Dank der wachsenden Apo-Bank-Gemeinde war das Kreditgeschäft erneut Träger des Wachstums und der Ertragsverbesserung. Der Jahresüberschuss der Bank erhöhte sich um 15 Millionen Euro auf 105 Millionen Euro. Dadurch konnte die Aufwandsrentabilität auf 56,5 Prozent verbessert werden (Vorjahr: 57,9 Prozent). Das Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge erhöhte sich um 25 Millionen Euro auf den neuen Rekordwert von 259 Millionen Euro. Das Ergebnis ist vom Zinsüberschuss geprägt, der um 19 Millionen Euro auf 465,4 Millionen Euro gestiegen ist.
Auch im Provisionsgeschäft konnten Zuwächse erzielt werden. Diese erhöhten sich um 31,4 Prozent auf 119 Millionen Euro und betragen inzwischen rund ein Viertel des erzielten Zinsüberschusses. Damit konnte die Bank ihr strategisches Ziel realisieren, mit zinsunabhängigen Erträgen ein zweites Ertragsstandbein aufzubauen. Der Verwaltungsaufwand stieg um 4,6 Prozent auf 324,1 Millionen Euro. Mehr Service, mehr Produkte und der Betrieb von inzwischen 46 Filialen einschließlich der Tochtergesellschaften und der Hauptverwaltung in Verbindung mit Tariferhöhungen hätten eine Ausweitung des Personalaufwandes um 5,8 Prozent bewirkt, heißt es bei der Bank. Der Konzern beschäftigte im Jahr 2005 2 007 Mitarbeiter. Zur Jahresmitte 2006 dürften es fast 2 400 sein. Die Aufwandsrentabilität verbesserte sich um 1,4 Prozentpunk-
te auf 56,5 Prozent.
Die Kundenkredite wurden um 1,4 Milliarden Euro auf 19,6 Milliarden Euro ausgeweitet (+ 7,5 Prozent). Das gesamte Kreditvolumen belief sich auf fast 20 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditleistung spiegelt sich in dem Volumen der Neuausleihen im Darlehensbereich wider, die mit 3,3 Milliarden Euro um rund 200 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau lagen. Der Schwerpunkt der Neuausleihungen lag bei den Existenzgründungs- und Immobilienfinanzierungen. Die Kontokorrentkredite verharrten auf dem Vorjahresniveau.
Unverändert ist die Bank Marktführer bei der Finanzierung von Existenzgründungen. Wie bisher wurde jede zweite Neugründung und Übernahme durch die Apo-Bank finanziert. Im vergangenen Jahr erreichte die Bank bei Existenzgründungsfinanzierungen einen Anteil von rund 60 Prozent. Bei den Ärzten und Zahnärzten liegt der Anteil darüber, bei den Apothekern darunter. Mehr als zwei Drittel der Existenzgründungen waren Praxisübernahmen oder der Eintritt in eine bereits bestehende Praxis, Praxisgemeinschaft oder Apotheke.
Die Domäne der Bank, Existenzgründungen und Übernahmefinanzierungen, ist ein „Portalöffner“ für eine berufsbegleitende Bindung der Kunden an die Bank. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 8,4 Prozent von 27,35 Milliarden Euro auf 29,64 Milliarden Euro. Damit verteidigte die Bank den mehr als 30 Jahren gehaltenen ersten Platz unter den genossenschaftlichen Primärbanken. Die Nummer zwei, die Berliner Volksbank eG, hat einen Abstand von 17 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalbasis wurde weiter gestärkt auf 2,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,4 Milliarden Euro).
Der Jahresüberschuss (Bilanzgewinn) betrug 105,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 89,6 Milliarden Euro). Das Betriebsergebnis nach Berücksichtigung der Risikovorsorge betrug 189 Millionen Euro (+19,2 Prozent). Einstimmig beschlossen die Vertreter, an die Kapitaleigner eine unveränderte Nettodividende in Höhe von sechs Prozent auszuschütten. Dies entspricht 48,2 Millionen Euro (Vorjahr: 42,6 Millionen Euro). Die Eigenkapitalquote erreichte 11,7 Prozent (Vorjahr: 12,1 Prozent); gesetzlich vorgeschrieben sind acht Prozent. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern, gemessen in Prozent am durchschnittlichen Eigenkapital, verbesserte sich von 13,1 Prozent auf 14,1 Prozent. Dr. rer. pol. Harald Clade
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema