ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2006Bildungssysteme der Bundesländer: Mut zu Reformen stärken

VARIA: Bildung und Erziehung

Bildungssysteme der Bundesländer: Mut zu Reformen stärken

Dtsch Arztebl 2006; 103(26): A-1843 / B-1583

Bühring, Petra

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LNSLNS Das Institut der Deutschen Wirtschaft vergleicht vom Kindergarten bis zum Studium die Qualität der Bildungssysteme der Länder.

Das deutsche Bildungssystem erhielt im Vergleich mit anderen OECD-Staaten beim PISA-Test vor fünf Jahren keine guten Noten. Die Ergebnisse rüttelten Bildungspolitiker der Bundesländer wach, und es wurde mit der Suche nach Auswegen begonnen. Nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (DIW) in Köln, in Kooperation mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, zeigen sich nun die ersten Entwicklungstendenzen der Reformen in der Bildungspolitik.
Die Studie vergleicht in den 16 Bundesländern die einzelnen Stufen des Bildungssystems. Untersucht wurde beispielsweise, welches Land die meisten Kinderbetreuungsplätze stellt (Platz eins: Thüringen), wo die meisten Lehrer zur Verfügung stehen (Thüringen), wo es die meisten Schulabbrecher gibt (Sachsen-Anhalt), welches Land die meisten Ausbildungsstellen hat (Bremen), welche Länder die höchsten Hochschulabsolventenquoten haben (Platz eins: Berlin) oder wo Studenten am besten betreut werden (Saarland).
Die spezifischen Stärken und Schwächen der Bundesländer werden in dem so genannten Bildungsmonitor des DIW in einem Punktesystem zusammenfasst. Untersucht wurde die Frage, welche Region Deutschlands die besten Voraussetzungen dafür bietet, Kinder vom Kindergarten bis zum Studium umfassend zu fördern, und damit die Voraussetzung für künftiges Wirtschaftswachstum schafft. Bildungssieger ist mit 63 von 100 möglichen Punkten Baden-Württemberg, dicht gefolgt von Bayern. Baden-Württemberg profitiert vor allem von seinem sehr guten Berufsbildungssystem, das besonders viele junge Menschen zu einem Abschluss führt und ihnen zudem eine noch höhere Qualifikation leicht macht. Bayern hat den zweiten Platz vor allem der Leistung seiner Schüler zu verdanken – bei den jüngsten PISA-Tests lagen sie im internationalen Vergleich weit vorn. Auf Platz drei und vier folgen Sachsen und Thüringen. Die ostdeutschen Länder konnten mit einer guten Betreuung in Kindergarten und Grundschule aufwarten. Auch lagen sie im PISA-Test mit im Spitzenfeld. Sachsen und Thüringen hatten auch den höchsten Anteil an Hochschulabsolventen mit einem Abschluss in Ingenieurswissenschaften.
Einige Bundesländer haben im Vergleich zu 2004, als das IDW bereits ein Bildungsranking aufgestellt hatte, stark aufgeholt. Dies gilt unter anderem für Berlin, das im jüngsten PISA-Test das beste Ergebnis der Stadtstaaten erreichte. Deutlich aufgeholt hat auch Bremen, wo jetzt beispielsweise mehr Grund- und Berufsschüler Fremdsprachenunterricht erhalten als 2004. Dies zeigt nach Ansicht der Autoren der Studie, dass das Ziel ihres Bildungsrankings – die auf den hinteren Rängen platzierten Länder zu größerer Anstrengung in der Bildungspolitik zu ermutigen – erreicht werden kann. Petra Bühring

Die Studie kann als 30-seitige-Broschüre zum Preis von 7,80 Euro angefordert werden: Deutscher Instituts-Verlag, Gustav-Heinemann-Ufer 84–88, 50968 Köln, Telefon: 02 21/4 98 14 52, Internet: www.divkoeln.de.
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