ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2006Geschichte der Medizin: Das Gesundheitswesen ist kein Konjunkturmotor
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LNSLNS . . . Dass die Gesundheitsindustrie einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor darstellt, ist unbestritten. Aber dass sie selbst der Motor für einen Wirtschaftsboom sein soll, ist sehr unwahrscheinlich . . . Eine „volkswirtschaftlich positive Größe“ kann unser Gesundheitssystem nicht sein. Wenn Medizin Konsum sein soll, dann muss man sich den Konsum zuallererst leisten können. Und das geht nur mit einer gesunden Wirtschaft, zu der auch der gesunde Mensch gehört. Auch im 21. Jahrhundert – und da hat sich seit dem 19. nicht viel geändert – ist der Kranke ein volkswirtschaftlicher Nachteil, vielleicht mehr denn je. Unsere „political correctness“ will uns das nicht so ausdrücken lassen, aber die Augen vor der Realität zu verschließen, hilft nicht weiter. Um aber unsere Standards weitgehend halten zu können, wird es in Zukunft wichtiger denn je sein, mit den vorhandenen Ressourcen effizient und rationell umzugehen. Und das könnte sich im 21. Jahrhundert als die wichtigste ethische Aufgabe des Arztes dem Gemeinwohl gegenüber herausstellen. Vielleicht sollte man bei der nächsten Revision des Genfer Ärztegelöbnisses eine Zeile hinzufügen: „Ich will mit den mir anvertrauten Mitteln sparsam und sinnvoll umgehen, sodass alle meine Patienten ihrem Leiden entsprechend davon profitieren.“
Mattias Schäfer, Lörenstraße 32,
CH-9230 Flawil
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