ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2006Geschichte der Medizin: Klare Definition der Medizinethik
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LNSLNS . . . Der Autor sieht leider nicht, dass, wird ein Patient als Kunde behandelt, die therapeutische Situation in ihrer Struktur theoretisch bereits verzerrt und praktisch-ethisch verfehlt ist. Der Autor redet sich in seiner Darstellung darauf hinaus, dass die Gesellschaft das eben doch so wolle – nämlich das Kundesein, die Erfüllung von Wünschen etc. –, die Medizin als Kulturprodukt hierauf nur respondiere und als Konsequenz hieraus die Gesellschaft selbst hierfür die Verantwortung trage. Dem ist eine Medizinethik gegenüberzustellen, die ihre Verantwortung innerhalb der Mikrosituation (therapeutische Situation) wie in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung um die Gestaltung der Makrosituation (Rahmenbedingungen als sozialethische Herausforderung) durch die Formulierung ihrer klaren Position wahrnimmt. Die Öffentlichkeit und die Gesellschaft haben einen Anspruch darauf, sich mit einer medizinethischen Position auseinander zu setzen und gegebenenfalls sich an einer solchen auch zu reiben . . . Medizinethische Verantwortung besteht aktuell offensichtlich darin zu zeigen, dass Patienten und Kunden sich nicht einfach ihre Medizin schaffen. Im Gegenteil: Ein Gutteil des berechtigten Vertrauens der Patienten beruht eben darauf, dass dies eben so nicht der Fall ist, wie dies der Autor offensichtlich als schicksalhaften historischen Prozess vorwegnimmt.
Prof. Dr. med. Hermes A. Kick, Institut für medizinische Ethik IEPG, Lameystraße 36, 68165 Mannheim
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