ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2006Niedergelassene: Die KV hat viele Nachteile

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Niedergelassene: Die KV hat viele Nachteile

Dtsch Arztebl 2006; 103(27): A-1894 / B-1624 / C-1568

Zielinski, Hans-Joachim

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LNSLNS Die Rezepte, die zu Herrn Kollegen Sewerings Zeiten richtig gewesen sein mögen, sind heute überholt. Die KVen haben in den letzten Jahrzehnten versagt und die desaströse Lage der Vertragsärzte begleitet. Das ist kein Vorteil. „Die Politik“ weiß dies – deshalb hält sie an den KVen fest. Das ist kein Vorteil. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts sind die KVen keine Vertretungen der Ärzte. Sie sind Organe des Staates, der Weisung des jeweils zuständigen Ministeriums unterstellt. Das ist kein Vorteil. Durch allerlei Mogelpackungen (z. B. die Einrichtung von vertragsärztlichen Notdiensten an Krankenhäusern) stopfen die KVen eilfertig die Löcher, die diese Gesellschaft durch die eklatante Missachtung ihrer Ärzte mit dem konsekutiven Ärztemangel aufreißt, anstatt den Karren an die Wand fahren zu lassen. Das ist kein Vorteil. Es gibt nicht „die Ärzte“, diese Vorstellung ist eine Illusion. Ebenso wenig, wie es „die Politiker“ oder „die Fußballspieler“ gibt. So zu tun, als vertrete man alle Kolleginnen und Kollegen, ist nachhaltig gescheitert. Das ist kein Vorteil. Die deutschen Hausärzte sind eklatant benachteiligt. Der letzte Platz in der Einkommensstatistik ist seit langem zementiert . . . Deshalb: Weg mit den verkrusteten Strukturen. Weg mit dem Sicherstellungsauftrag. Schaffung konsequenter Einzelgewerkschaften der jeweiligen Ärzteinteressen. Läppische Trillerpfeifen und geistreiche Transparente reichen nicht mehr – die deutschen Ärzte brauchen mehr spürbare Kampfkraft. Wir brauchen die Demonstration der Kranken für ihre Ärzte. Das wäre ein Vorteil!
Dr. med. Hans-Joachim Zielinski, Graf-Spee-Straße 10,
25980 Westerland/Sylt
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