ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2006PET/CT – Evolution oder Revolution in der onkologischen Diagnostik? Großer Nutzen von Onko-PET
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LNSLNS Es ist als großes Verdienst der Autoren (und der Redaktion) anzusehen, auf dieses wichtige Verfahren in der onkologischen Diagnostik hinzuweisen, das in der EU allein in Deutschland noch nicht von der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung bezahlt wird.
Mit allen administrativen und lobbyistischen Mitteln soll offenbar in Deutschland die Etablierung der PET verhindert werden. Für kein anderes diagnostisches Verfahren wurde bisher so viel Evidenz gefordert. Offensichtlich wollen die Genehmigungsbehörden in Deutschland nicht begreifen, dass die im onkologischen Bereich genutzte PET mit Fluordeoxyglucose als grundsätzliches Prinzip bei allen schnell proliferierenden Tumoren funktioniert. Es kommt nicht auf die Art des Tumors an, sondern nur auf dessen Proliferationsverhalten. Anders ist es nicht zu erklären, dass Ende 2005 die PET nur zur Diagnostik des nichtkleinzelligen Bronchialkarzinoms im Krankenhaus zugelassen wurde.
Im niedergelassenen Bereich kann die PET seit der unseligen Entscheidung des Bundes­aus­schusses Ärzte und Krankenkassen 2002 weiterhin nur als teure IGeL-Leistung erbracht werden, die klare Manifestation einer Zweiklassenmedizin. Leider werden in dem Artikel von Bockisch et al. nur zwei mäßig spektakuläre Kasuistiken gezeigt. Aus Metaanalysen geht hervor, dass nahezu jede Institution durch den Einsatz von PET in 25 bis 30
Prozent der Fälle das onkologische Vorgehen ändert (1, 2, 3), zum Teil unter Einsparung teurer und morbiditätsbe-
lasteter Maßnahmen wie Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. Bei der Behandlung von Tumoren von Kopf und Hals, Ösophagus, Pankreas, Kolon, Rektum, Lungen, malignen Lymphomen, Melanomen, CUP, Sarkomen, Mamma, Schilddrüse und Karzinomen mit unbekanntem Primärtumor bietet die PET mit und ohne CT zum Teil therapieentscheidende Informationen mit deutlicher Verbesserung von Sensitivität und Spezifität.

Dr. med. Wolfgang Abenhardt
Münchner Onkologische Praxis im Elisenhof
Prielmayerstraße 1
80335 München
1.
Gambhir S et al.: A tabulated summary of the FDG PET literature. J Nucl Med 2001; Supplement 42: 1–93. MEDLINE
2.
Reske S, Kotzerke J: FDG PET for clinical use. Consensus paper. Eur J Nucl Med 2001; 28: 1712–23. MEDLINE
3.
Dietlein M, Schicha H: PET in der nuklearmedizinischen Diagnostik – Kosten-Nutzen-Aspekte. Nuklearmed 2002; 5: 202–7. MEDLINE
1. Gambhir S et al.: A tabulated summary of the FDG PET literature. J Nucl Med 2001; Supplement 42: 1–93. MEDLINE
2. Reske S, Kotzerke J: FDG PET for clinical use. Consensus paper. Eur J Nucl Med 2001; 28: 1712–23. MEDLINE
3. Dietlein M, Schicha H: PET in der nuklearmedizinischen Diagnostik – Kosten-Nutzen-Aspekte. Nuklearmed 2002; 5: 202–7. MEDLINE

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