ArchivDeutsches Ärzteblatt27/2006Griechenland/Euböa: Auf dem Lande

VARIA: Reise / Sport / Freizeit

Griechenland/Euböa: Auf dem Lande

Dtsch Arztebl 2006; 103(27): A-1917 / B-1646 / C-1590

Amann, Erika

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Foto: Erika Amann
Foto: Erika Amann
Evia nennen die Griechen Euböa, ihre zweitgrößte Insel in der Ägäis. Sie liegt fast vor Athen, aber sie ist touristisch noch wenig frequentiert.
Einen Olivenhain mit 3 500 Bäumen erbte Stefanos vom Großvater beim Dörfchen Rovies in Nordevia. In der altmodischen Olivenfabrik, die dieser dort 1952 gegründet hat, verdienen sich Frauen heute noch ihr Zubrot. Von Hand füllen sie Oliven mit Mandeln und Chili. Ihr Dorf duckt sich um den klobigen Wachturm aus der Zeit der Franken- und Venezianer-Herrschaft. Weiße Kiesel säumen einen schmalen Strand.
„Wir waren froh, unseren Job in Athen an den Nagel zu hängen im Tausch für die wunderbare Natur und die Ruhe, die wir und unsere Gäste hier genießen“, erklärt uns Stefanos Frau Marina. Eleonas – Olivenhain – heißt die neue Existenz, ein Ökohotel mit zehn Zimmern.
Nur ein paar Kilometer entfernt, Ädipsou, das Kurstädtchen mit heißen Quellen. Einhundertfünfzig Kilometer sind es von Athen zur Fähre, die zwischen Arkitsa am Festland und Ädipsou pendelt. Doch meist wohnen Feriengäste im Norden der Insel in kleinen Badedörfern: Illia, Nea Pyrgos, Orei oder Pefki. Mit Sand- und Kieselstränden, oft eingefasst von Felsen, grenzen sie an sattes Grün. Der Norden Evias besitzt die größten unberührten Kastanien-, Pinien und Platanenwälder, die auch bis eintausend Meter hohe Berge überziehen. Das Harz der Pinienbäume wird für die Fermentierung von Retsina-Wein gebraucht. Auf den Wald- und Wiesenpfaden zu Klöstern ist nur das Summen der Bienen und das Zirpen der Grillen zu hören. Besucher werden von den Mönchen mit einer Süßigkeit empfangen. Rund um die Basilika in Prokopion herrscht reges Treiben. Jung und Alt stehen Schlange, um den Silbersarg mit den Reliquien des heiligen Jannis o Russos zu küssen, die griechische Kleinasien-Flüchtlinge 1922 mitbrachten.
Verrücktes Wasser
Die schicken, aber teuren Restaurants an der Seepromenade interessieren Touristen, die die Inselmetropole Chalkida besuchen, weit weniger als das „verrückte Wasser“. So nennen Evianer die Euripos-Enge mit der Wechselströmung im Sechsstundentakt. Dieses Geheimnis der Natur, das schon den Philosophen Aristoteles zur Verzweiflung brachte, konnte bis heute niemand lösen. Zwei fruchtbare Ebenen, Messapia und das Weinland Lilantia, in dem von 32 Rebsorten drei für einen guten Rotwein verwendet werden, machen den Reichtum von Evias Mittelregion aus.
Das Eritrea-Ferien-Village lädt Gäste, die Spaß an der Weinlese haben, im Herbst auf seinen Weinberg ein. Zwei Bergmassive dominieren die Region. Eine Herausforde-rung für Wanderer ist der grüne 1 745 Meter hohe Dirfis. Die Hütte oberhalb des Kirschendorfes Stropanes beherbergt auch Gäste. Der Weg schlängelt sich in Serpentinen von Stropanes hinunter an den mit klobigen Felsen bestandenen Kieselstrand von Hiliadou an der Ägäisküste. Für den Rückweg empfiehlt sich die kurvige Straße um den Olymp (1 173 Meter) von Evia.
Am unterschiedlichsten zeigt sich der Süden Euböas, der bei Aliveri beginnt. Karstige Bergrücken, Felder in Brauntönen und ineinander geschachtelte weiße Dörfer hinter der zerklüfteten Küste erinnern an Kykladen-Eilande, ohne deren Rummel.
Besonders anheimelnd ist das Ambiente von Marmaris mit seinen kleinen Strandbuchten an Land und auf den Petali-Inseln. Wir nehmen mit einem alten Kaiki aus Holz Kurs auf die elf Petalis, fahren an Megalonissi mit dem Sommersitz von Picassos Sohn vorbei und landen auf der Insel Hersonissos zum Baden und Picknicken. Das einst als Sommer-Harem für die Frauen des letzten osmanischen Paschas von Karyston genutzte Gebäude steht noch. Daneben etablierte sich später das griechische Königshaus mit einer Sommerresidenz. Heute gehören Hersonissos und zwei weitere Inseln reichen Reedern. Erika Amann

Reise-Tipps
Anreise: Flug mit LTU täglich ab Düsseldorf nach Athen ab 320 Euro, ab November ab 170 Euro. Außerdem Flüge mit Air Berlin, Lufthansa, Olympic Airways.
Transfer ab Flughafen Athen mit Bus und Fähre circa 1,5 Stunden Raffina–Marmari und Skala Oropou–Eritrea auf Evia oder Taxi (85 Euro).
Hotelpreise pro Person/Tag im Doppelzimmer:
Norden: Hotel Eleonas ab 40 Euro, Internet: www.eleonashotel.com
Mitteleuböa: Holiday Beach Hotel; Eritrea, Eretria-Village 2er-Bung., ÜF ab 51 Euro, all inclusive plus 30 Euro, Internet: www.hie-ev.com
Süden: Marmaris, Marmari Bay-Hotel ÜF ab 30 Euro, Internet: www.marmaribay.gr
Prospekte: EOT, Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Frankfurt am Main, Telefon: 0 69/23 65 61-63, E-Mail: info@gfz-eot.de.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Anzeige