ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2006Drogenprävention: Frühzeitige Hilfsangebote

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Drogenprävention: Frühzeitige Hilfsangebote

Bühring, Petra

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Fast jeder dritte Jugendliche probiert Cannabis aus. Foto: Photothek.net
Fast jeder dritte Jugendliche probiert Cannabis aus.
Foto: Photothek.net
Psychologische Psychotherapeuten setzen bei psychosozialen Konflikten an.
Etwa jeder dritte Jugendliche in Deutschland probiert Cannabis aus. Fast jeder 35. Jugendliche (2,7 Prozent) missbraucht Haschisch oder Marihuana und etwa jeder 70. entwickelt eine Suchterkrankung. Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK), fordert eine „aktive Drogenpolitik, die dazu beiträgt, dass Jugendliche alterstypische Experimente ohne dauerhafte Schäden überstehen“. Die BPtK sieht drei Ansatzpunkte für die Drogenprävention: Eltern, die selber Alkohol oder Drogen missbrauchen, müssen unterstützt werden. Bei einer Abhängigkeitsproblematik der Eltern sei eine gute emotionale Beziehung – ein wichtiger Schutzfaktor – oftmals nicht gegeben. Kinder, die schon in den ersten Lebensjahren psychisch auffällig sind (Hyperaktivität, Störung des Sozialverhaltens), sind besonders gefährdet. Diese Kinder und ihre Eltern brauchten rechtzeitig Therapie- und Unterstützungsangebote. Für Jugendliche mit psychosozialen Schwierigkeiten oder regelmäßigem Drogenkonsum müssten vermehrt ambulante Anlaufstellen eingerichtet werden, die schnell und unbürokratisch Gespräche und Therapie anbieten. Mit diesen Maßnahmen könne verhindert werden, dass sich aus psychosozialen Konflikten eine dauerhafte Drogenkarriere entwickelt, so die BPtK.
Bei regelmäßigem Cannabiskonsum entwickelt sich eine mäßige bis starke psychische, aber keine körperliche Abhängigkeit. Der Konsum kann psychotische Reaktionen auslösen, insbesondere bei heute verbreiteten hohen Tetrahydrocannabinol (THC)-Konzentrationen. Missbrauch von Cannabis führt zu geringem Antrieb, psychomotorischer Verlangsamung und Leistungsstörungen. PB
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