ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2006Psychiatriejahr: Vergütung ohne Regelung

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Psychiatriejahr: Vergütung ohne Regelung

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LNSLNS Petitionsausschuss sieht keinen Bedarf für Gesetz.

Der Petitionsausschuss des Bundestages hat die Petition von rund 1 000 angehenden Psychotherapeuten nicht unterstützt, für das „Psychiatriejahr“, das Psychologische Psychotherapeuten in Ausbildung (PPiA) leisten, gesetzlich eine Vergütung vorzuschreiben. Zur Begründung heißt es, es sei in der Ausbildung zu Heilberufen „nicht üblich“, eine Vergütung zu zahlen. Das Psychiatriejahr sei „am ehesten mit den auch im Medizinstudium vorgeschriebenen Praktika oder Famulaturen vergleichbar“, die ebenfalls nicht vergütet werden. Die auszubildenden Psychotherapeuten in Kliniken seien nicht mit einem Assistenzarzt zu vergleichen, der seine ärztliche Ausbildung bereits abgeschlossen hat und aufgrund seiner ärztlichen Approbation zur Ausübung des Arztberufes berechtigt ist.
Die Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) weist jedoch darauf hin, dass anders als Medizinstudenten, die ihr Praktisches Jahr leisten, Psychotherapeuten im Psychiatriejahr voll in den Stationsalltag integriert werden und unter fachlicher Aufsicht zu 94 Prozent Einzel- und zu 80 Prozent Gruppentherapien übernehmen. Diese größere Selbstständigkeit und Verantwortung drücke sich auch darin aus, dass einige Krankenhäuser bereit seien, von sich aus eine Vergütung zu zahlen, wenn der Markt es verlangt. Nach einer Befragung von 385 Psychotherapeuten in 214 Einrichtungen beziehen rund 40 Prozent der PPiA ein Gehalt zwischen 500 und 1 500 Euro. Eine Vergütung sei in ostdeutschen Bundesländern sogar fast die Regel (80 Prozent). Dagegen verlangen die psychiatrischen Kliniken in Bayern (36 Prozent) und Baden-Württemberg (23 Prozent) die Arbeit der PPiA unentgeltlich. Auch psychiatrische Kliniken in Berlin, Bremen und Hamburg zahlten in der Regel nichts. Im Durchschnitt arbeiten 57 Prozent der Psychologischen Psychotherapeuten im Psychiatriejahr ohne Gehalt, so die BPtK. EB
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