ArchivDeutsches Ärzteblatt PP7/2006Beschneidung: Informationsbedarf erkannt
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LNSLNS Der Informationsbedarf zu dieser Thematik wird jetzt also auch in Ärztekreisen erkannt. Das ist noch nicht lange der Fall: Als 2000/2001 die nigerianische Ausstellung zum Thema, aus der jetzt regelmäßig die Illustrationen zu den Artikeln entnommen werden, in Deutschland tourte, wurde dies von wenigen Engagierten ermöglicht. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich mit der Frauenbeauftragten die Bilder aufhängte. Sie wurden nur wenig in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Spezielle Informationsveranstaltungen für Ärzte und medizinisches Personal trafen auf fast keine Resonanz, obwohl auch damals schon klar war, dass wir in unseren Krankenhäusern und Praxen von dieser Thematik herausgefordert werden würden. Das hat sich also zum Glück verändert. Gerade beim Thema der weiblichen Genitalverstümmelung greift eine rein somatische Betrachtungsweise allerdings zu kurz, sondern müssen psychosomatische und soziale Aspekte ganz im Vordergrund stehen. Es wird immer wieder deutlich, dass die betroffenen Frauen das Ausmaß ihres Leids nicht anhand der medizinischen Komplikationen, sondern sehr individuell an ihrer erlittenen Traumatisierung festmachen. Gerade durch den Migrationsprozess und die unterschiedlichen Lebensbedingungen im Einwanderungsland wird die Traumatisierung stärker wirksam. Damit sind also nicht nur Gynäkologen und Kinderärzte, sondern auch wir PsychotherapeutInnen und PsychosomatikerInnen gefragt. Neben den zitierten Studien gibt es mittlerweile fundierte, gut lesbare Literatur zum Thema. Besonders empfehlenswert ist als deutschsprachiges Grundlagenwerk: Terre des Femmes (Hg.): Schnitt in die Seele, weibliche Genitalverstümmelung – eine fundamentale Menschenrechtsverletzung, Mabuse-Verlag 2003 . . .
Christina Bauer, Kleiststraße 15,
24105 Kiel
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