BÜCHER

Risikofaktor Mutterleib. Zur Psychotherapie vorgeburtlicher Bindungsstörungen und Traumata. (Das pränatale Kind)

PP 5, Ausgabe Juli 2006, Seite 319

Krens, Inge; Krens, Hans

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Bindungsstörungen: Methodenvielfalt
Inge Krens, Hans Krens (Hg.): Risikofaktor Mutterleib. Zur Psychotherapie vorgeburtlicher Bindungsstörungen und Traumata. (Das pränatale Kind). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2006, 236 Seiten, 6 Abbildungen, kartoniert, 29,90 €
Wer den im letzten Jahr im selben Verlag erschienenen vorzüglichen ersten Band der Reihe „Das pränatale Kind“ gelesen hat, erwartete diesen Folgeband mit großen Hoffnungen, verspricht er doch Aussagen zur Psychotherapie vorgeburtlich implementierter Störungsbilder (ein dritter Band zu Präventionsmodellen ist in Vorbereitung).
Die Erkenntnisse der Säuglings- und Bindungsforschung, der Psychotraumatologie sowie der Entwicklungsneurobiologie haben zunehmend einen Paradigmenwechsel, zunächst in der Entwicklungspsychologie, eingeleitet. Es konnte nur eine Frage der Zeit sein, wann der enorme Zuwachs an Erkenntnissen über die pränatale Phase in den letzten Jahren das, was man seit langem schon vermutete, nunmehr detaillierter ausleuchten würde: dass nämlich Prägung und Erfahrung/Lernen, das heißt Genexpression und Anbahnung späterer Psychopathologie bereits im Mutterleib stattfinden. Dies war Thema des ersten Bandes. In der Folge dieses Paradigmenwechsels erscheinen auch die alten Demarkationslinien zwischen den psychotherapeutischen „Lagern“ zunehmend obsolet, und allenthalben meldet sich das Bedürfnis nach einer integrativen Psychotherapie. Dies aus gutem Grund, da immer deutlicher wird, dass nur Methodenintegration den Herausforderungen der basalen, strukturschwachen Störungsbilder begegnen kann.
Diese Methodenvielfalt bietet auch dieser Band auf der Basis einer grundsätzlich psychodynamischen Orientierung. Zunächst bietet der erste Abschnitt in drei Beiträgen einen Überblick zu den „Grundlagen der pränatalen Psychologie aus psychotherapeutischer Perspektive“ (hier bestehen zum Teil Überschneidungen zum ersten Band). Vier Beiträge wenden sich der Psychotherapie mit erwachsenen Patienten aus unterschiedlicher methodischer Perspektive zu, an gut nachvollziehbarem Fallmaterial veranschaulicht. Schließlich befassen sich zwei Beiträge mit der „Psychotherapie bei Babys und Kindern“ und leiten damit bereits zu der präventiven Fragestellung über. Michael Naumann-Lenzen
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