KINDER-PSYCHE

Doris: „Neue Ausblicke in mein Leben“

PP 5, Ausgabe Juli 2006, Seite 336

Eimecke, Sylvia

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Doris kam mit 16 Jahren aufgrund einer schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen auf die kinder- und jugendpsychiatrische Station. Sie hatte das Gefühl, nicht mehr weiter leben zu können. Suizidgedanken quälten sie sehr. Die Zukunft erschien ihr hoffnungslos. Im Verlauf der Behandlung reduzierte sich die depressive Symptomatik deutlich: Die Patientin fasste wieder Lebensmut und setzte sich mit möglichen Zukunftsperspektiven auseinander. In dem Bild, das im Rahmen der Ergo-Therapie entstand, stellt sie diesen Prozess dar.
Foto: Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Marburg
Foto: Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Marburg
Doris sieht in dem Blau des Bildes ihr bisheriges Leben, das von ihrer Krankheit (den dunklen Flecken) immer mehr durchzogen wurde. Sie konnte sich mit ihrer Umwelt nicht mehr auseinander setzen – symbolisiert durch die „schwarzen Hände“, die die Welt nicht mehr berühren konnten. Nach einigen Wochen medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung entwickelte sie jedoch wieder Perspektiven, zwei Wege, die „beide gut“ und gangbar sind: Das linke Fenster zeigt ein ruhiges, geordnetes Leben in bekannten Bahnen. Das rechte Fenster steht für Aufbruch und eine neue Lebensweise („Das Leben ist ein Abenteuer!“). Doris stellt sich in der Mitte beider Möglichkeiten diesen zwei Wegen, wenn sie diese auch erst mit nur einem Auge betrachtet. Auch die Sonnenblume ordnet sie ihrer Person zu - als Zeichen für den „guten Lebensweg“.
Die Patientin zeigt in ihrem Bild den Prozess, einerseits Schritt für Schritt wieder einen Zugang zu ihrer Umwelt zu finden, andererseits auch die Krankheit in ihr Leben zu integrieren. Nachdem sie bei schwerer Symptomatik zunächst gar keine Zukunft mehr für sich sehen konnte, stellt sie sich nun nicht nur der Wiederaufnahme des Bekannten, sondern auch dem Abenteuer neuer Möglichkeiten. Angst und Vorsicht bleiben dabei, lähmen sie aber nicht mehr. Sylvia Eimecke
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