ArchivDeutsches Ärzteblatt8/1997Vorwürfe gegen Babymilch-Konzerne

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Vorwürfe gegen Babymilch-Konzerne

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LNSLNS LONDON. Mehrere karitative Organisationen haben führende Hersteller von Babynahrung beschuldigt, durch lückenhafte Informationen die Gesundheit von Kindern in den Entwicklungs- und Schwellenländern zu gefährden. Die Produzenten wiesen die Verbraucher nicht genügend auf die medizinischen Vorteile der Muttermilch gegenüber der sonstigen Babymilch hin und verstießen damit gegen Regeln der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von 27 Wohlfahrtsorganisationen und der Kirche von England.
Die Vorwürfe stützen sich auf eine Untersuchung, die 1996 in Bangladesch, Südafrika, Polen und Thailand vorgenommen wurde. Beteiligt waren 800 schwangere Frauen oder Mütter von Säuglingen sowie 140 Helfer im Gesundheitswesen. Neben Nestlé wurden die Konzerne Gerber, Mead Johnson, Nutricia und Wyeth genannt. Weiter hieß es in der Studie, da künstlich hergestellte Babymilch für viele Mütter kostspielig sei, werde sie den Säuglingen häufig in verdünnter Form verabreicht, was zu Mangelernährung führen könne. Außerdem seien Zubereitung und Lagerung derartiger Produkte in den betreffenden Ländern in hygienischer Hinsicht problematisch. Der Internationale Verband der Fertiggerichthersteller hat die Studie als voreingenommen kritisiert und die Vorwürfe zurückgewiesen. afp
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