ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2006„G-BA und Akupunktur: Der Kaiser ist nackt“ / „Bundes­aus­schuss: Akupunktur als Regelleistung“: Mengensteuerung durch Bürokratieaufbau

THEMEN DER ZEIT: Diskussion

„G-BA und Akupunktur: Der Kaiser ist nackt“ / „Bundes­aus­schuss: Akupunktur als Regelleistung“: Mengensteuerung durch Bürokratieaufbau

Dtsch Arztebl 2006; 103(28-29): A-1954

Wiebrecht, Axel

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Foto: Vario Images
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Der Patient mag sich naiverweise erst einmal freuen über den Beschluss, die Akupunktur für zwei Indikationen als Regelleistung der Kassen einzuführen. Ob er Chancen hat, diese als solche auch zu erhalten, darüber kann erst die Ausgestaltung entscheiden. Da wir Niedergelassenen bekanntlich bereits einen nicht unerheblichen Anteil unserer Leistung kostenlos erbringen, würde eine Honorierung im Regelleistungsvolumen einer Selbstausbeutung gleichkommen, zu der wohl kaum ein Arzt bereit sein wird. Zudem hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss – trotz aller Aufrufe von KBV und Politik, die Bürokratie abzubauen – eine wahre Dokumentationsorgie (Therapieplan sowie Eingangs- und Verlaufserhebung mit jeweils sechs Parametern) beschlossen, die potenziellen Anbietern wohl die Arbeit vermiesen soll. Diese Mengensteuerung durch Bürokratieaufbau, von der der Patient nichts hat, muss natürlich auch bezahlt werden . . . In seiner Regulierungswut hat der Ausschuss auch gleich die einzig wahre Lehre über die richtige Anzahl an Nadeln verkündet. Da bisher noch keine einzige Dosis-Wirkungs-Studie in diesem Sinn zur Akupunktur gelaufen ist, kann der Sachverstand des Ausschusses – anscheinend alles erfahrene Akupunkteure – nur bewundert werden. All diese Vorgaben zu erfüllen, dazu wird man keinen Arzt zwingen können . . .
Dr. Axel Wiebrecht, Bundesallee 141, 12161 Berlin
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