ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2006„G-BA und Akupunktur: Der Kaiser ist nackt“ / „Bundes­aus­schuss: Akupunktur als Regelleistung“: Irrationales Handeln wird kassenfähig

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„G-BA und Akupunktur: Der Kaiser ist nackt“ / „Bundes­aus­schuss: Akupunktur als Regelleistung“: Irrationales Handeln wird kassenfähig

Meyer, Frank P.

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Foto: Vario Images
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. . . In den Modellversuchen konnte ein Wirksamkeitsnachweis der Akupunktur nicht erbracht werden, weder bei Migräne noch bei Spannungskopfschmerzen, LWS-Schmerzen, HWS-Schmerzen, allergischer Rhinitis, allergischem Asthma, auch nicht bei Dysmenorrhoe. Lediglich bei Gonarthroseschmerzen war die Akupunkturbehandlung anfangs (nach zwei Monaten) der Scheinakupunkturtherapie überlegen. Nach sechs und zwölf Monaten zeigten sich allerdings auch hier keine Unterschiede mehr. Nun wissen wir natürlich alle, dass chronisch kranke Patienten Hilfe, zumindest Zuwendung und Zuspruch brauchen. Das hatte Findley schon vor 185 Jahren erkannt: „Der Mensch in der Not verlangt aktives Handeln – rationales Handeln, wenn möglich – irrationales, wenn nötig, eher als gar keines“ (1821). Wenn durch den G-BA also irrationales Handeln kassenfähig wird, warum dann nur bei zwei Diagnosen (chronische Rücken- und Knieschmerzen) und nicht bei allen anderen auch? . . .
Prof. em. Dr. Frank P. Meyer,
Magdeburger Straße 29, 39167 Groß Rodensleben

Der Autor des Kommentars hat auf ein Schlusswort verzichtet.
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