ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2006Prävention: Bei Bildung und Ernährung Schlusslicht?
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LNSLNS Jetzt wissen wir also, warum in PISA-Land die Menschen so oft zum Arzt gehen wie nirgendwo sonst. „Bildung ist eine entscheidende Voraussetzung für ein gesundheitsbewusstes Verhalten“: Die kostet aber Geld, viel Geld. Während in Frankreich für den Primarbereich, so Le Monde, immerhin 77 Milliarden Euro pro Jahr ausgegeben werden, ist die deutsche Vergleichszahl mit lediglich neun Milliarden Welten davon entfernt. Und was ist mit der Ernährung? . . . Nirgendwo sind die Menschen in Europa so schlecht ernährt wie in Deutschland. Laut Ex-Ministerin Künast sind die fehl-
ernährungsbedingten Schäden mit 77 Milliarden Euro im Jahr schon in schwindelnde Höhe geschnellt, und, je nach Quelle, 120 000 bis 150 000 fehl-
ernährunsgbedingte Tote pro Jahr ein trauriger Europarekord. Dazu etwa die gleiche Zahl an Rauchertoten mit sicherlich nicht geringerer Schadenssumme . . . Und da gibt es immer noch keinen Handlungsbedarf? Wer das Gesundheitssystem sanieren will, sollte diese beiden großen Brocken angehen. Mit einem Bonus für gesundheitsbewusstes Verhalten in einem liberalisierten, flexiblen System würden sich viele schnell überlegen, ob sie sich eine Marshmallow-Figur oder das Rauchen noch leisten können . . . Karsten Vilmar hatte vor Jahren die gleiche Idee, nur wollte er Malusmodelle einführen. Der Aufschrei damals war groß. An der Sinnhaftigkeit des Regulats hat sich nichts geändert. Nur Belohnungen kommen eben in der Öffentlichkeit besser an als „Strafe“. Was man in Deutschland an der Ernährung und Bildung spart, kostet der Doktor eben mehr. Aber das zahlt ja die KV bis zu deren Exitus oder der Abwanderung der Mediziner . . .
Gerhard Schuster, 11, rue Scribe,
F-75009 Paris

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