ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2006Menschen in Bewegung. Multidimensionale Neuausrichtung in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen

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Menschen in Bewegung. Multidimensionale Neuausrichtung in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen

Harter, Wulfram; Schifferdecker-Hoch, Frank; Brunner, Helmut E.; Denner, Achim

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LNSLNS Rückenschmerzen: Leitlinien für effektive Therapie
Wulfram Harter, Frank Schifferdecker-Hoch, Helmut E. Brunner, Achim Denner (Hrsg.): Menschen in Bewegung. Multidimensionale Neuausrichtung in der Behandlung chronischer Rückenschmerzen. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2005, XI, 200 Seiten, 80 Abbildungen, 16 Tabellen, 39,95 €
Es ist schwer, alle Dimensionen chronischer Rückenschmerzen zu überblicken und gegebenenfalls zu erkennen und zu behandeln – sie stellen ein mehrdimensionales Krankheitsgeschehen dar, das neben einer somatischen auch eine kognitiv-emotionale, eine Verhaltens- und eine soziale Ebene umfasst. Es ist ein glücklicher Zufall, wenn sich Wissenschaftler verschiedener Disziplinen (Sozialwissenschaftler, Sportpädagoge, Orthopäde und Trainingswissenschaftler) zusammenfinden, um gemeinsam ein komplexes Thema wie Rückenschmerzen aufzuarbeiten und – alle Aspekte zusammenfassend – das Ergebnis als Lehr- und Behandlungsbuch herauszugeben, zumal wenn sie selbst über das theoretische Hintergrundwissen hinaus lange praktische Erfahrung haben und gemeinsam in einem Forschungs- und Präventionszentrum (FPZ Köln) zusammenarbeiten.
Der Leitfaden ist in fünf große Einheiten gegliedert (somatische Diagnostik, somatisch-psychologische Diagnostik, aktivierende Therapieverfahren, Prävention, zukünftige Entwicklungen), wobei mir (Mediziner) besonders beachtenswert die Ausführungen zu neuen qualitätsgesicherten Diagnostikansätzen, zu der „Good-and-bad-responder“-Forschung, zur aktiven Schmerztherapie, zu den aktivierenden Therapieverfahren, zur Verhältnis- und Verhaltensprävention und zu den modernen Kompetenznetzwerken erschienen. Aber auch die Aspekte zur Rolle der „Fear avoidance beliefs“ beim Aufbau von kognitiv-emotionalen Verhaltensmustern, zu Fehlentwicklungen einer adäquaten Schmerztherapie in der Vergangenheit, zu den Aspekten möglicher Interaktionen zwischen Patient und Therapeut einschließlich der häufig zu beobachtenden Beziehungsfalle und die Vorstellungen eines ganzheitlichen Modells zur nachhaltigen Verhaltensänderung (Innere Einstellung, Gedanken, Werte, Handlungen und Gewohnheiten) dürften großes Interesse finden.
Die Autoren verstehen es, ihre Erfahrungen zu den komplexen Zusammenhängen bei Vorliegen von Rückenschmerzen auf den Punkt zu bringen und Leitlinien für eine effektive Therapie zu erstellen. Karl Jung
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