ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/2006Ultraschall macht Bewegungen des Herzens sichtbar

VARIA: Technik

Ultraschall macht Bewegungen des Herzens sichtbar

Dtsch Arztebl 2006; 103(28-29): A-1984 / B-1705 / C-1649

EB

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Mit „Axius Velocity Vector Imaging“ lassen sich Herzbewegungen grafisch genau visualisieren.
Mit „Axius Velocity Vector Imaging“ lassen sich Herzbewegungen grafisch genau visualisieren.
Unter dem Namen „Axius Velocity Vector Imaging“ (VVI) hat Siemens Medical Solutions, Erlangen, eine Ultraschalltechnologie vorgestellt, die Ultraschalldaten zur bildlichen Darstellung der Herzschlagmechanik verwendet. Dabei können einzelne Herzsegmente in ihrer Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit quantitativ analysiert werden. Dem Arzt steht damit ein neues Untersuchungsverfahren für die Mechanik der Herzkontraktion zur Verfügung. VVI ist für die Benutzung mit allen Schallköpfen in sämtlichen Bereichen der Herzkreislaufbildgebung geeignet – für Erwachsene, in der Pädiatrie, bei transösophagealen (TEE) Anwendungen, intrakardiologischer Echokardiographie sowie fetalen und Gefäßanwendungen.
Mit dieser Methode können Kardiologen auf einfache Weise diastolische und systolische Herzbewegungen automatisiert analysieren. VVI unterstützt die Diagnose von Patienten mit hypertropher Kardiomyophathie und ist auch bei Patienten für biventrikuläre Schrittmacher hilfreich. Die Technologie umfasst zusätzlich Software-Tools, mit denen quantitative Analysen der Volumina, der Belastungsrate und weitere kardiologische Mechanismen messbar werden. Ein „freeze frame“ (eingefrorenes Bild) ermöglicht es, den Herzzyklus virtuell in jeder Bewegungsposition einzufrieren. VVI führt auch zu neuen Auswertungsmethoden von kardiologischen Werten, so etwa für primäre klinische Gefäßuntersuchungen oder für Herzversagen mit Blutdrang, und bildet somit eine Basis für echokardiographische Untersuchungen.
Kardiologen und Physiker arbeiten seit mehr als drei Jahren an der Entwicklung dieses Tools zur quantitativen Bewegungsanalyse, das umfassendere Informationen zur Herzkontraktion und -bewegung gibt. Daraus folgten potenziell neue Methoden zur Beurteilung des Herzens bei Patienten mit Stauungsinsuffizienz, Rhythmusstörung und anderen Funktionsstörungen des Myokards. In einer Pilotstudie mit rund 25 Patienten an der Universität Pittsburgh, USA, konnten Kardiologen erfolgreich die Dyssynchronie bei Herzinsuffizienzpatienten messen, die für eine kardiale Resynchronisationstherapie mittels Echokardiographie überwiesen worden waren. Darüber hinaus hat VVI den Vorteil, dass die Technologie offline auf Graustufenroutinebilder angewandt werden kann und damit den Gewebe-Doppler-Ansatz ergänzt. EB
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