ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2006Arbeitsverträge: Gut gemeint
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LNSLNS Es freut mich, dass der Deutsche Ärztetag Sanktionen verlangt gegen Chefärzte in Krankenhäusern, die ultrakurze Arbeitsverträge ausstellen. Allerdings denke ich, dass der als Sanktion vorgesehene Entzug der Weiterbildungsermächtigung von den Ärztekammern ein gut gemeintes Signal ist, aber in der Wirkung völlig verfehlt, da erstens viele Chefärzte die Ausbildungsaufgaben im Rahmen der Weiterbildung gar nicht als ihre Verpflichtung betrachten und deshalb über eine solche Sanktion eher nur lachen werden. Zweitens trifft man damit eher die Assistenzärzte, die die Weiterbildungsermächtigung ihrer Chefs dringend brauchen, um ihre Zeiten für den Facharzt angerechnet zu bekommen. Entzieht man also dem Chef die Ermächtigung, so bestraft man eher die Assistenten als die Chefs. Die Assistenten würden somit in die Kündigung gezwungen, und der Chef ersetzt die ohnehin unbequemen Assistenten durch die reichlich nachdrängenden Kollegen nicht deutscher Herkunft, die zur Not auch unter einem Chef ohne Weiterbildungsermächtigung arbeiten würden. Will man die unsolidarischen Chefärzte also wirklich ins Mark treffen, so muss man ihnen die Privatliquidation entziehen, denn diese ist das einzige, was viele Chefärzte an ihrer Position wirklich interessiert. Insbesondere wäre das deshalb eine gerechtfertigte Maßnahme, als dass viele Assistenten vielen Chefärzten durch unbezahlte Überstunden die Privatsprechstunde überhaupt erst möglich machen . . .
Dr. Peter Bock, Cranachstraße 47, 45147 Essen
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