ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2006(Muster-)Richtlinie: Sprachlicher Fehler
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LNSLNS In der Novelle 2006 der (Muster-)Richtlinie zur Durchführung der assistierten Reproduktion . . . wird der Begriff „heterologe Insemination“ benutzt. Dieser Begriff erscheint diffamierend, verunglimpfend oder fahrlässig in Unkenntnis verwendet. Man spricht doch auch nicht von einer heterologen Blutspende oder Fremdblut statt Spenderblut. Wenn deutsche Juristen vor Jahrzehnten aus Unkenntnis der immunologischen Semantik „heterolog“ und „homolog“ falsch angewendet haben, müssen wir ihre sprachlichen Fehler nicht übernehmen, zumal damit unterschwellig die Behandlung einer anderen Spezies oder ein ähnlicher Frevel unterstellt wird. Im Zeitalter neudeutscher Amerikanismen ist der Begriff „donogen“ durchaus international üblich (wie z. B. die Abkürzung AID = artificial insemination from donor). Jeder ausländische Wissenschaftler schüttelt nur den Kopf, wenn er liest, dass man sich in der Bundesrepublik Deutschland mit einer rechtlichen Regelung der „heterologen“ Insemination beschäftigt; denn die Besamung einer anderen Spezies ist fast so schlimm wie Sodomie.
Prof. Dr. med. Th. Katzorke, Vorsitzender des Arbeitskreises für donogene Insemination e.V.,
Akazienallee 8–12, 45127 Essen
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