ArchivDeutsches Ärzteblatt30/2006Mammographie: Risiko bestens bekannt
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LNSLNS Versicherer versichern seit eh und je Risiken ihrer Versicherungsnehmer. Ist das Risiko innerhalb einer akzeptablen Größenordnung, so sind sie bereit, Versicherungsschutz gegen eine zu kalkulierende Gebühr anzubieten. In der Vergangenheit war dies für mammographierende Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der kurativen Befundabklärung und der Früherkennung unproblematisch, da das Risiko von Fehlbefunden und den sich daraus ergebenden Konsequenzen gering war. Erhebt sich die Frage, warum die Versicherungen sich nunmehr weigern, das Risiko von Ärzten, die innerhalb des neu eingeführten Mammographie-Screenings tätig sind, zu versichern. Der Grund hierfür liegt eindeutig nicht in der Qualität der ärztlichen Bildanalyse. Im Gegenteil: Die Qualifikation der mammographierenden Ärztinnen und Ärzte ist aufgrund zahlreicher qualitätsverbessernder Maßnahmen in den letzten Jahren deutlich besser geworden. Das Problem der Verweigerung eines Haftpflichtversicherungsschutzes für Screeningärzte
ist ohne Zweifel im Konzept des Mammographie-Screenings in der aktuell geplanten bzw. durchgeführten Form zu sehen: Aus Screeningprogrammen anderer Nationen ist bestens bekannt, dass die Quote übersehener Mammakarzinome beim klassischen Mammographie-Screening bei mehr als 30 Prozent liegt. Die Ursache hierfür liegt zu einem großen Teil in der begrenzten Aussagekraft der alleinigen Röntgenmammographie bei dichten Gewebestrukturen und nur in einem geringen Teil in Mängeln der Auswerter. Diese ernüchternde Quote nicht entdeckter Karzinome ist natürlich auch den Versicherungen bestens bekannt. Und wer will es einem nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten kalkulierenden Versicherungsunternehmen verdenken, wenn es den Versicherungsschutz für ein derart limitiertes Screeningprogramm, bei dem nur zwei von drei Karzinomen detektiert werden, verweigert?
Prof. Dr. med. Uwe Fischer, Diagnostisches Brustzentrum Göttingen, Bahnhofsallee 1 d, 37081 Göttingen
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