ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2006Praktisches Jahr: Rückbesinnung auf das alte Staatsexamen

BRIEFE

Praktisches Jahr: Rückbesinnung auf das alte Staatsexamen

Dtsch Arztebl 2006; 103(31-32): A-2099 / B-1808 / C-1750

Franken, F. H.

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LNSLNS Die Aufwertung des mündlichen Prüfungsteils im so genannten Hammerexamen, als Abschluss des Medizinstudiums nach dem PJ, bedeutet eine Rückbesinnung auf das im Grunde genommen bewährtere alte Staatsexamen. Dem Multiple-Choice-System bei der schriftlichen Prüfung wird allerdings immer noch ein zu hoher Stellenwert eingeräumt. Die an die sechshundert Fragen sind am Krankenbett nur bedingt sinnvoll und enthalten sogar irreführende Theorien. 1982 zum akademischen Lehrkrankenhaus der Universität Düsseldorf ernannt, mussten wir schon damals in unserem Wuppertaler Krankenhaus St. Josef feststellen, dass der Wissensstand unseres ersten PJ-Jahrgangs für eine Tätigkeit am Krankenbett völlig unzureichend war. Gleichsam im Vorgriff auf die jetzige Lübecker Initiative kombinierten wir deswegen die Stationsarbeit mit täglichen praxisbezogenen Vorlesungen und Seminaren (einschließlich zusätzlicher Patientenvorstellungen). Der Vormittag gehörte dem Stationsbetrieb, die Vorlesungen und Seminare fanden regelmäßig montags bis einschließlich freitags am Nachmittag statt. Auf der inneren Abteilung mussten die dort tätigen PJ-Studenten außerdem bei jeder Chefvisite einen „Fall“ vorstellen und darüber examensmäßig berichten. Ich kann mich nicht erinnern, dass auch nur einer unserer PJler den Nachmittagsunterricht geschwänzt hätte, auch nicht daran, dass einer meiner Chefkollegen, deren Oberärzte und Assistenten sich dem Unterricht verweigert hätten. Dass sie bei uns nicht nur als lästiges fünftes Rad am Wagen mitliefen, dankten uns die Studenten mit der Gründung des „Verein(s) der Freunde und Förderer der Studenten des Krankenhauses St. Josef, Wuppertal e.V.“, der zum festen Bestandteil des Krankenhauses, bis zu dessen Umwandlung in ein Orthopädiezentrum vor einigen Jahren, wurde . . .
Prof. Dr. med. F. H. Franken, Sonnhalde 18,
79104 Freiburg im Breisgau
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