ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2006Psychotherapie: Umdenken wird deutlich
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LNSLNS Mit Genugtuung nehmen wir zur Kenntnis, dass der Deutsche Ärztetag endlich in einer breiten Diskussion und in wegweisenden Entschließungen sich der drängenden Probleme in der Versorgung von Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen angenommen hat . . . In den Beschlüssen zur Stärkung und Förderung der psychiatrisch-psychosomatisch-psychotherapeutischen Kompetenz im ärztlichen Handeln deutet sich ein Umdenken an, indem hier eine breite psychotherapeutische Grundkompetenz in allen Bereichen ärztlichen Handelns gefordert wird. Auch unserer Auffassung nach ist die psychosoziale Kompetenz des Arztes und der Ärztin in allen medizinischen Bereichen mit direktem Patientenkontakt erforderlich und muss systematisch reflektiert und erlernt werden. Leider ist die Vermittlung dieser Kompetenz in den letzten Jahren durch so genannte „Reformen“ des Medizinstudiums dort nicht mehr sichergestellt. Für ebenso wichtig erachten wir jedoch auch die Aufrechterhaltung einer intensiven Aus- und Weiterbildung sowie der Grundbedingungen für eine Praxistätigkeit im Rahmen der GKV in einem anerkannten Psychotherapieverfahren, um psychisch Kranken weiterhin die Möglichkeit einer intensiven Behandlung ihrer Leiden zu ermöglichen. Als Fachverband für Psychoanalytiker, die Ärzte oder Psychologen im Grundberuf sind, begrüßen wir ausdrücklich den Wunsch nach gemeinsamen Bemühungen von Ärzteschaft und Psychologischen Psychotherapeuten, um Lösungsmöglichkeiten für die Probleme in der Psychotherapie zu finden. Hier findet sich leider in den Beschlüssen des Deutschen Ärztetages noch die eine oder andere Polemik, die der notwendigen Zusammenarbeit nicht förderlich sein kann.
Dr. med. Dipl.-Soz. Alf Gerlach,
Dipl.-Psych. Gertraud Schlesinger-Kipp, Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV), Körnerstraße 11, 10785 Berlin
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