ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2006Medizingeschichte(n): Augenheilkunde – Starstecher, Okulisten

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Medizingeschichte(n): Augenheilkunde – Starstecher, Okulisten

Dtsch Arztebl 2006; 103(31-32): A-2115 / B-1823 / C-1764

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LNSLNS Zitat: „Für Augenkranke.
Bonn. Sr. Kurfürstl. Durchlaucht zu Köln [1] von der Geschicklichkeit des Herrn Ritters von Tadiny [2] und Augenarztes des königl. Franz. Hofes überzeugt, haben geruhet, demselben die Erlaubniß zu ertheilen, seine Kunst in Höchstdero Landen ungestört ausüben zu können. Dieser geschickte Augenarzt ist schon seit 40 Jahren in allen vornehmen Städten von Europa bekannt, sogar in Konstantinopel, wo er im Jahr 1766 die Schwester des Sultan Mustafa, und die Frau des Großveziers [3] glücklich operirte. Er reiset hier von Bonn nach Kopenhagen und nimm seine Route über Münster, Paderborn, Osnabrück, Bremen, Hamburg und Lübeck. Armen hilft er umsonst.“

Ankündigung im „Bönnischen Intelligenzblatt“ vom 26. März 1789. – Der volle Titel des Anzeigers lautet: „Von Sr. Kurfürstl. Durchlaucht zu Köln gnädigst privilirtes Bönnisches Intelligenzblatt in Anzeigen und Aufsätzen zum Besten des Nahrungsstandes und zur Beförderung der Aufklärung“. – [1] Erzbischof Maximilian Franz von Österreich (1756–1801). [2] Felice Tadini, fahrender Okulist, wahrscheinlich aus Mailand stammend, wird von Casanova in dessen Memoiren erwähnt: Tadini habe ihm bei einer Begegnung in Warschau 1765/66 geschliffene Linsen, wahrscheinlich aus Bergkristall, gezeigt, die er nach der Linsenextraktion – zu jener Zeit des getrübten Kerns der Linse unter Belassung der Linsenkapsel – als Ersatz in das Auge einsetzen wollte, diese Prozedur aber nie durchgeführt habe. Etwa 30 Jahre später wurde jedoch tatsächlich von dem Hofokulisten Joannis Virgilius Casaamata in Dresden ein entsprechender Versuch unternommen, das Verfahren jedoch rasch wegen seiner Erfolglosigkeit wieder aufgegeben. [3] Großwesir: im osmanischen Reich der zweite Mann im Staat, später (ab 1922) in der Türkei „Ministerpräsident“.

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