ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2006Obstruktive Schlafapnoe – ein wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor: Bemerkungen

MEDIZIN: Diskussion

Obstruktive Schlafapnoe – ein wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor: Bemerkungen

Dtsch Arztebl 2006; 103(31-32): A-2121 / B-1829 / C-1770

Laakmann, Otto

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LNSLNS Zur Differenzierung von Schlafstörungen hat sich die Leitlinie S2 „nichterholsamer Schlaf“ der DGSM und der Pittsburgher Schlafqualitäts Index (PSQI) (www.uni-duesseldorf.de/AWMF/II/063-001.htm) bewährt, weil auch bei schlafbezogenen Atmungsstörungen häufig Mischbilder mit anderen Formen von Schlafstörungen auftreten können.
Die Differenzialdiagnostik der Hypersomnie beinhaltet neben den häufigen schlafbezogenen Atmungsstörungen, die Narkolepsie, das Restless-legs-Syndrom und seltenere andere Erkrankungen. Gerade beim „Upper airway resistance syndrom“ (= starkes Schnarchen mit Teilverlegung der oberen Atemwege und Wachreaktionen) bietet die ambulante nächtliche Polygraphie bei Patienten mit zum Teil erheblicher Tagesschläfrigkeit selten eindeutige Befunde und erscheint mir als alleinige Screeninguntersuchung nur bedingt geeignet. Diese Patienten werden häufig trotz eindeutiger klinischer Symptomatik (Monotonieintoleranz) nicht weiter abgeklärt. Zur Objektivierung der Tagesschläfrigkeit und Entscheidung über das weitere Vorgehen bei Hypersomnie, Schnarchen und negativer Polygraphie hat sich die Epworth Schläfrigkeits-Skala (ESS) (web.uni-marburg.de/sleep//dgsm) bewährt. Auch unter CPAP/BIPAP-Therapie kann die ESS als nützlicher Verlaufsparameter eingesetzt werden. (CPAP, „continous positive airway pressure“; BIPAP: bi, zwei; PAP, „positive airway pressure“)
Bei Patienten mit OSAS (OSAS, obstruktives und gemischtes Schlafapnoe-Syndrom) und Herzinsuffizienz kann sich unter der CPAP-Therapie die bereits vorbestehende reduzierte linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LV-EF) deutlich bessern, aber auch weiter verschlechtern. Im Verlauf kommt es häufig zu einer Cheyne-Stokes-Atmung, als Ausdruck der deutlich reduzierten LV-EF, und die CPAP-Therapie wird ineffektiv. Das heißt, zentrale Apnoen treten unverändert auf. Hier bedarf es regelmäßiger hausärztlich-pneumologisch-kardiologischer Kontrollen. Leider sehen die BUB-Richtlinien vom 15. Juni 2004/21. September 2004 bei Patienten mit OSAS, CPAP-Therapie und relevanten internistischen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel reduzierter LV-EF und schwerer obstruktiver Lungenerkrankungen, keine regelmäßigen ambulanten schlafmedizinischen Überprüfungen mehr vor.

Dr. med. Otto Laakmann
DGSM-Schlaflabor/Innere Abteilung
DRK-Krankenhaus Alzey
55232 Alzey
E-Mail: otto.laakmann@drk-kh-Alzey.de
1.
Guilleminault C, Kirisoglu C, Poyares D, Palombini L, Leger D, Farid-Moayer M, Ohayon MM: Upper airway resistance syndrome: a long-term outcome study. J Psychiatr Res Apr 2006; 40 (3): 273–9. MEDLINE
2.
A M, J M: Clinical and polysomnographic differences in matched cohorts of upper airway resistance and obstructive sleep apnea syndrome patients. Rev Port Pneumol; 11 (6 Suppl 1): 53–4. MEDLINE
3.
Teschler H et al.: Adaptive pressure support servo-ventilation. Am J Respir Crit Care Med 2001; 164: 614–9. MEDLINE
1. Guilleminault C, Kirisoglu C, Poyares D, Palombini L, Leger D, Farid-Moayer M, Ohayon MM: Upper airway resistance syndrome: a long-term outcome study. J Psychiatr Res Apr 2006; 40 (3): 273–9. MEDLINE
2. A M, J M: Clinical and polysomnographic differences in matched cohorts of upper airway resistance and obstructive sleep apnea syndrome patients. Rev Port Pneumol; 11 (6 Suppl 1): 53–4. MEDLINE
3. Teschler H et al.: Adaptive pressure support servo-ventilation. Am J Respir Crit Care Med 2001; 164: 614–9. MEDLINE

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