ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2006Wohngebäudeversicherung: Schutz für die eigenen vier Wände

Versicherungen

Wohngebäudeversicherung: Schutz für die eigenen vier Wände

Combach, Rolf

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LNSLNS Für viele ist das eigene Haus ein lang ersehnter Traum – trotz des finanziellen Kraftakts. Zieht man in die neuen vier Wände ein, muss auch an eine solide Absicherung gedacht werden. Eine Wohngebäudeversicherung schützt vor den finanziellen Folgen von Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
Das Gesetz schreibt vor, dass der Käufer mit dem Hauserwerb automatisch die Wohngebäudeversicherung des Vorbesitzers übernimmt. Behalten muss der Käufer die Versicherung allerdings nicht. Generell gilt: Über einen bestehenden Wohngebäudeversicherungsvertrag kann nur der rechtliche Eigentümer der Immobilie verfügen. Entscheidend dafür, wer zu welchem Zeitpunkt Eigentümer des Hauses ist, ist der Eintrag im Grundbuch. Einzige Ausnahme: die Zwangsversteigerung. Hier gilt als Zeitpunkt des Eigentumsübergangs bereits der Zuschlag bei der Versteigerung.
Ob der neue Besitzer den Versicherungsvertrag weiterführen will, sollte er erst nach einem Vertragsübernahmeangebot des Versicherers entscheiden. Bei der Wahl der passenden Versicherung kommt es neben dem Preis auch auf die Leistungen an. Die sind von Vertrag zu Vertrag verschieden und sollten genau analysiert werden. Sind grob fahrlässig verursachte Schäden und Schäden an Nebengebäuden mitversichert? Solche Fragen sollten vor Vertragsabschluss geklärt werden.
Die Wohngebäudeversicherung trägt nicht nur die Kosten für die Reparatur oder den Wiederaufbau der beschädigten Immobilie, sondern zum Beispiel auch Aufräumungs- oder Abbruchkosten – etwa wenn ein Haus so stark beschädigt wurde, dass es nicht mehr aufgebaut werden kann. Auch Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag werden häufig übernommen, etwa wenn dabei elektrische Geräte beschädigt wurden.
Will der Hauseigentümer den bisherigen Versicherungsvertrag nicht fortführen, kann er innerhalb eines Monats außerordentlich kündigen. Erfährt er erst später, dass es einen Versicherungsvertrag gibt, ist eine Kündigung bis zum Ablauf eines Monats nach Kenntnisnahme möglich. Kündigt der Käufer nicht, haften er und der Verkäufer in der Versicherungsperiode, in die die grundbuchamtliche Umschreibung fällt, gemeinsam für den Versicherungsbeitrag. Kündigt der Käufer fristgemäß und per sofort, endet zwar der Versicherungsschutz unverzüglich. Der Verkäufer muss aber bis zum Ende der laufenden Versicherungsperiode für die Versicherung bezahlen.
Die Kündigung kann mit sofortiger Wirkung oder zum Ende des Versicherungsjahres ausgesprochen werden. Letzteres ist sinnvoller. Da eine Rückerstattung bereits gezahlter Prämienanteile nicht möglich ist, kann der Käufer so vermeiden, dass er doppelte Prämien bezahlt – für die alte und die neue Versicherung. Eine Kündigung des Käufers vor der Grundbucheintragung ist unwirksam. Denn bis zur Umschreibung bleibt der Verkäu-fer Vertragspartner des Versicherers. Er kann nicht außerordentlich kündigen und muss bis zum Ende der laufenden Versicherungsperiode weiterhin Prämien zahlen, auch wenn der Käufer bereits eingezogen ist. Rolf Combach
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