ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2006Krankenkassenbeiträge: So kann gespart werden

Versicherungen

Krankenkassenbeiträge: So kann gespart werden

Büser, Wolfgang

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Wann sich ein Kassenwechsel lohnt
Zum 1. Juli haben wieder mehrere Krankenkassen die Beiträge angehoben, darunter die mit vier Millionen Mitgliedern sehr große Techniker Krankenkasse (TK). Da fragt es sich: Kann es sich lohnen, nach günstigeren Alternativen Ausschau zu halten?
„Wer deutlich mehr als 13 Prozent Beitrag zahlt“, meint die Stiftung Warentest, „sollte einen Kassenwechsel ernsthaft in Erwägung ziehen.“ Denn, so die Stiftung: Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen seien nahezu identisch. Die Beitragssätze unterschieden sich jedoch enorm. So gehört die TK trotz der Beitragserhöhung von 12,8 auf 13,2 Prozent noch nicht zu den teuren Krankenkassen. Eher schon die Gmünder Ersatzkasse (GEK), die von bisher 12,8 gleich auf 13,6 Prozent erhöhen musste. Hier erhöht sich der Beitrag für gut verdienende Mitglieder um bis zu 170 Euro im Jahr (für den Arbeitgeber in gleichem Umfang).
Welcher Beitragssatz für die eigene Krankenkasse gilt, lässt sich leicht durch Rückfrage dort oder im Internet unter www.Finanztest.de in der Rubrik „Versicherungen“ klären, in der die Beitragssätze aller gesetzlichen Krankenkassen aufgelistet sind. Die Aufstellung ist gegen eine geringe Gebühr abrufbar. Die Information kann auch über die (gebührenpflichtige) Fax-Nummer 0 90 01/51 00 10 86 39 abgerufen werden.
Wer zu einer anderen Krankenkasse wechseln will, der hat ein Sonderkündigungsrecht, wenn die bisherige Krankenkasse den Beitrag (auch nur geringfügig) erhöht hat. Die Kündigung kann noch im Laufe des Monats, von dem an der erhöhte Beitrag fällig wird, und im folgenden Monat ausgesprochen werden – und das dann mit zweimonatiger Frist. Eine Kündigung, die im September 2006 bei der bisherigen Krankenkasse eingeht, wirkt somit beispielsweise zum 1. Dezember 2006. Ansonsten kann ein Kassenwechsel erst nach 18-monatiger Mitgliedschaft bei der Krankenkasse vorgenommen werden.
Dem Arbeitgeber muss die Mitgliedsbescheinigung der neuen Krankenkasse spätestens am letzten Tag vor dem Wechseltermin vorliegen. Nur dann darf er seinen Mitarbeiter „ummelden“. Ist das nicht der Fall, dann bleibt die Mitgliedschaft bei der alten Krankenkasse bestehen; ein Kündigungsrisiko besteht also nicht.
Ein Kassenwechsel – etwa zu einer Betriebskrankenkasse – erfordert oft etwas mehr „Flexibilität“ der Versicherten. Denn viele Kassen haben am Wohnort oder in der näheren Umgebung keine Geschäftsstelle. Mit ihnen wird per Brief, Telefon oder elektronisch korrespondiert. Einen Wechsel ausschließlich an der Beitragshöhe auszurichten könnte schon mal wehtun. Denn etliche Krankenkassen bieten Programme für spezielle Krankheiten. Die Kündigungsfrist bietet Zeit, sich danach zu erkundigen und auch die Leistungsseite in die Überlegungen einzubeziehen.
Generell gilt: Gesundheitsprüfungen sind ebenso wenig erforderlich wie die Frage nach dem Alter und die Zahl der mitversicherten Familienangehörigen. Privat Krankenversicherte können im Regelfall nur dann zu einer gesetzlichen Krankenkasse übergehen, wenn sie wegen Arbeitslosigkeit oder sinkenden Gehalts wieder einbezogen werden können. Ab 55 Jahren ist der Wechsel allerdings nicht mehr möglich. Wolfgang Büser
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