ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2006zu Finanzhaien: New Nigeria Connection

VARIA: Schlusspunkt

zu Finanzhaien: New Nigeria Connection

Rombach, Reinhold

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Diese wundersame E-Mail habe ich eben erhalten, ich möchte sie Ihnen wenigstens auszugsweise nicht vorenthalten. Die Message zeigt vor allem den unerschöpflichen Ideenreichtum von Betrügern.
„Sehr geehrte rombach,
Sicher sind Sie verwundert, diese Nachricht von jemandem zu erhalten, den sie nicht personlich kennen. Der Grund weshalb ich mich an Sie wende ist das ich Simon Muzenda in, der erstgeborene Sohn von Azabeya Zulue, einem der bekanntesten schwarzen Farmer in Zimbabwe. Er wurde vor kurzem im Laufe des Landstreites in meinem Land ermordet. Bevor mein Vater starb, nahm er mich mit nach Johannesburg um dort einen Betrag von $15,5M. US (Fünfzehn Millionen fünfhunderttausend US Dollar) bei einer privaten Sicherheitsfirma zu deponieren.
Er hat die drohende Gefahr geahnt und daher diesen Betrag in einer Kassette dort hinterlegt, die er als normales Wertgut deklarierte um keinen Verdacht zu erwecken. Niemand weiss also von dem Bargeld in dieser Kassette. Ursprunglich war dieser Betrag für neue Maschinen und Chemikalien für seine Farm gedacht, ausserdem wollte er neues Farmland in Swaziland erwerben. Das Landproblem entstand als der Präsident von Zimbabwe, Mr. Robert Mugabe, seine neue Landreform durchsetzte bei der nur die reichen weissen Farmer und einige wenige schwarze Farmer Vorteile verschafft wurden, für alle anderen war die Existenz nun bedroht. Daraus resultierten dann schlielich die Unruhen die sich ausbreiteten und denen viele Menschen zum Opfer fielen und ihr Leben lassen mussten. Leider ist mein Vater ebenfalls eines dieser Opfer das sein Leben verlor. Vor diesem Hintergrund bin ich mit der Familie unter lebensgefährlichen Umständen aus Zimbabwe nach Holland geflohen, hier haben wir politisches Asyl beantragt. Das in Sudafrika zuruckgelassene Geld wollen wir nun der Sicherheit wegen auf ein Konto hier bertragen. Das Gesetz in Holland verbietet es aber Menschen die politisches Asyl beantragt haben während dieses Verfahrens ein Konto zu erschaffnen oder irgendwelche Transfers die über die hollandische Grenze hinausgehen abzuwickeln.“
Sie ahnen, wie es weitergeht. Der Angeschriebene soll helfen, bei „größter Anonymität“, versteht sich, wegen der Gefahr für Geld und Leben, den Schatz zu retten, bekommt dafür eine fette Prämie angeboten und muss aber zuvor erst mal mit einem gehörigen Scherflein in Vorlage treten. Wenn dann gehörig Bares geflossen ist, löst sich alles in Luft auf.
Wir kennen diese Vorgehensweise, auch mit den bewusst gesetzten Schreibfehlern, um Authentizität vorzutäuschen, bereits aus der berühmt-berüchtigten Nigeria Connection. Da mir mehrere Fälle bekannt sind, in denen dieser Schwachsinn sehr wohl Erfolg hatte, kann nur eindringlich gewarnt werden. Das Geld ist so sicher weg wie die Leute anschließend auch.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema