ArchivDeutsches Ärzteblatt8/1997Fremdwährungsanlagen: Auslands-Chancen mit Lira und Rand

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Fremdwährungsanlagen: Auslands-Chancen mit Lira und Rand

Jobst, Peter

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LNSLNS Seit Festgelder weniger als drei Prozent bringen und selbst auf ein- bis zweijährige Anlagen kaum mehr als 3,5 Prozent zu erzielen sind, erfreuen sie sich wieder großer Beliebtheit: Anlagen in fremder Währung. Insbesondere Tagesgeldkonten werden favorisiert, wobei die Santander Direkt Bank derzeit die größte Produktpalette bewirbt. Fernsehwerbung steht bei dieser Direkt-Bank hoch im Kurs: Kaum ein Tag vergeht, an dem Zuschauer des Fernsehsenders ntv sowie anderer Fernsehkanäle nicht mit den Spots des spanischen Instituts konfrontiert werden, das Mitglied im Bundesverband Deutscher Banken ist und damit der deutschen Einlagensicherung untersteht. Geboten werden derzeit neun verschiedene Währungskonten, die je nach Anlagewährung unterschiedliche Zinssätze vorsehen.
Ecu-Anlagen honoriert das Institut beispielsweise mit 3,25 Prozent, für den US-Dollar werden 4,25 Prozent bezahlt, für britische Pfund 4,5 Prozent, für Lira 8,0 Prozent und für südafrikanische Rand stolze 12 Prozent. Lediglich Schweizer Franken und japanische Yen werden mager verzinst: Anlagen in der EidgenossenWährung belohnen die Spanier lediglich mit 1,5 Prozent, für den Yen werden gleich überhaupt keine Zinsen vergütet, so daß der Anleger seine Erträge allein aus Kursveränderungen zieht. Durchaus interessant sind die weiteren Konditionen der Fremdwährungskonten, die in ähnlicher Form auch von anderen Geldhäusern, etwa der Frankfurter Amex-Bank, angeboten werden: berechnet werden keine Kontoführungsgebühren, die Umrechnung erfolgt beim Kauf zum Devisen-Briefkurs und beim Rückkauf zum Devisen-Geldkurs.
Im übrigen werden die Zinsen monatlich gutgeschrieben, so daß die realen Renditen aufgrund des Wiederanlageeffektes noch geringfügig höher ausfallen als die Nominalverzinsung. Die Mindesteinlage ist mit 5 000 DM überschaubar, eine jederzeitige Verfügbarkeit ist gegeben. Allerdings richtet sich die Verzinsung nach der aktuellen Marktentwicklung, so daß auch rückläufige Zinsen durchaus denkbar sind. Ohnehin sind es nicht die Zinsen allein, die den Anleger interessieren. Mindestens ebenso wichtig sind mögliche Kursgewinne. Denn schließlich unterliegen alle Einlagen den täglichen Schwankungen der internationalen Devisenbörsen. So konnten etwa mit einem Lira-Konto in den vergangenen zwölf Monaten über 15 Prozent Gesamtertrag erwirtschaftet werden, und auch der Dollar entwickelte sich in den vergangenen Wochen recht ordentlich. Dies darf freilich nicht darüber hinwegtäuschen, daß auch nicht minder hohe Verluste drohen, wenn der Kurs der Fremdwährung gegenüber der Deutschen Mark fällt.

Anleihen vom Euromarkt als Alternative
Zu berücksichtigen ist schließlich, daß es sich bei den genannten Anlagen um Tagesgelder handelt, die jederzeit abgezogen werden können. Damit orientieren sich allerdings auch die Zinsen an der Meßlatte "Kurzfristige Anlagen". Sie liegen also in der Regel deutlich unter den Konditionen, die für festverzinsliche Wertpapiere der jeweiligen Währung bezahlt werden. Oftmals werden also die klassischen Fremdwährungsanleihen vom Euromarkt die sinnvollere Lösung darstellen. Zwar drohen hier zusätzlich Kursverluste, sollte das Zinsniveau im Anlageland steigen. Dennoch ist das Chance-Risiko-Verhältnis aufgrund der höheren Nominalverzinsung doch etwas günstiger als bei Tagesgeldern. Diese wiederum kommen in erster Linie für solche Anleger in Frage, die schnell über ihr angelegtes Geld verfügen wollen oder müssen und dafür eine höhere Verzin-sung als im DM-Bereich suchen.
Peter Jobst

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