ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2006Gesundheitstelematik: Orientierung am Anwender

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Gesundheitstelematik: Orientierung am Anwender

Krüger-Brand, Heike E.

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Datenschutz und Praktikabilität: die eGK im Test Foto: ORGA Kartensysteme
Datenschutz und Praktikabilität: die eGK im Test Foto: ORGA Kartensysteme
Forderungen der Leistungserbringer zur Gesundheitskarte
Mehr Orientierung am Anwender und weniger Techniklastigkeit fordern die Leistungserbringer in einem gemeinsamen Anforderungskatalog, den sie Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt in Berlin überreicht haben. Darin finden sich sowohl grundsätzliche Forderungen zum Aufbau der Tele­ma­tik­infra­struk­tur als auch zum künftigen Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäusern.
Vertreter von Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), Bundeszahnärztekammer, Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung, Deutscher Krankenhausgesellschaft und der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände weisen darauf hin, dass die derzeit fast ausschließlich an den technischen Lösungsansätzen und der Zeitplanung ausgerichtete Diskussion nicht geeignet ist, die Akzeptanz für die Einführung der eGK zu verbessern.
„Wir denken, dass die Einführung der Telematik große Möglichkeiten für verbesserte Informationsflüsse im Gesundheitswesen bietet“, sagte der KBV-Vorsitzende, Dr. med. Andreas Köhler. „Das Projekt steht und fällt mit der Akzeptanz der Anwender.“ Wenn der Einsatz der Gesundheitskarte zu einem noch höheren Verwaltungsaufwand für das Praxispersonal führe und ausschließlich als Überwachungs- und Kontrollinstrument der Ärzte etabliert werden solle, werde das Projekt an der fehlenden Akzeptanz bei den Betroffenen scheitern, so Köhler.
Der Anforderungskatalog betont neben den Aspekten des Datenschutzes und der Datensicherheit deshalb vor allem die Praktikabilität der neuen Technik in der Praxisroutine und in Sondersituationen wie Notdienst und Hausbesuch. Ein weiteres Ziel ist die Einführung der Karte mit möglichst geringem Personalaufwand sowie die Vergütung entstehender Mehraufwände. „In allen Testregionen beteiligen sich die Organisationen der Leistungsträger konstruktiv an den Testvorhaben. Sie unterstützen den Einsatz neuer Technologien, solange dieser dem Wohl der Patienten dient und zur Verbesserung von Arbeitsabläufen beiträgt. Ein Scheitern des Projektes aufgrund von in der Praxis nicht umsetzbaren technischen und organisatorischen Lösungen wäre daher fatal“, erklärte Dr. med. Franz Joseph Bartmann, Telematikbeauftragter des Vorstandes der BÄK.
Die Einführung der eGK soll zusätzlich zur Einführung des elektronischen Rezepts auch zur Beschleunigung der Kommunikationsprozesse im Gesundheitswesen beitragen und medizinische Informationen wie Notfalldaten und Arzneimitteldokumentation für Ärzte und Apotheker schneller verfügbar machen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Leistungserbringer künftig durch ein IT-Netzwerk miteinander verbunden werden. Der Forderungskatalog ist im Internet unter www.aerzteblatt. de/plus3006 abrufbar. KBr
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