ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2006Offener Brief: Degradierung einer Berufsgruppe

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Offener Brief: Degradierung einer Berufsgruppe

PP 5, Ausgabe August 2006, Seite 367

Busse, Barbara

Zum Thema Zertifizierte Fortbildung:
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LNSLNS Unsere Gesellschaft krankt an Veräußerlichung und linearer Denkweise – und das hat mit dem Sammeln von Fortbildungspunkten sichtbaren Ausdruck in unserer Berufsgruppe gefunden. Die wahren Qualitäten eines Menschen, und darunter fallen doch wohl auch Therapeuten, wie Reifung, Reife, ein sich von innen her entwickelndes Interesse und Engagement, kann nicht gemessen und nicht durch Punktesammeln erreicht werden. Auch dachte ich, dass Punktesammeln in die Kindergarten- und Grundschulzeit gehört und schon nicht mehr ins Gymnasium, in dem vom Schüler erwartet wird, dass er aus eigener Motivation heraus lernen kann.
Gerade als erfahrene Psychotherapeutin und Supervisorin mit vielen Fortbildungen „ohne Punkte“ empfinde ich es nahezu als Peinlichkeit, beweisen zu müssen, dass ich meine „Hausaufgaben“ gemacht habe. Das, was als Qualifizierung gelten soll, empfinde ich als Degradierung einer Berufsgruppe, die die Entwicklung und Reifung des Individuums fördern möchte, wozu auch selbstbestimmtes Lernen und Handeln ohne Kontrolle und Gratifikation gehört.
Bekommen wir vielleicht auch Punkte für Meditation, Tanz und alle kreativen Künste, die das Herz erfreuen, einer Freude, die zum lebendigen, heilen „Mensch-Sein“ gehört?
Barbara Busse, Psychotherapeutin
für Kinder und Jugendliche,
Franziskanerstraße 13, 81669 München
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