ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2006Hausärztliche Versorgung: Richtigstellung und Aktualisierung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Noch sorgen allgemeininternistische Krankenhausabteilungen und in sechs Jahren weitergebildete Internisten ohne Schwerpunkt für eine fundierte Weiterbildung des Nachwuchses. Foto: Eckel
Noch sorgen allgemeininternistische Krankenhausabteilungen und in sechs Jahren weitergebildete Internisten ohne Schwerpunkt für eine fundierte Weiterbildung des Nachwuchses. Foto: Eckel
Wenngleich die Ausführungen von einem ehemaligen und verdienten Allgemeinarzt stammen, bedürfen sie doch einiger Richtigstellungen bzw. Aktualisierungen . . . So erscheint es aus heutiger Sicht nur logisch, wenn die Allgemeinmedizin das Monopol für die Hausarztfunktion beansprucht, weil eben nur in diesem Gebiet die Ärzte auch dort ausgebildet werden, wo sie später auch arbeiten. Es ist doch allen niedergelassenen Kollegen eine wiederkehrende Erfahrung, dass neu niedergelassene Kollegen, die nur in der Klinik weitergebildet wurden, drei bis vier Jahre benötigen, bis sie sich an das andere Prävalenzniveau gewöhnt haben. Auf der anderen Seite schreibt Hege von einer „dreijährigen internistischen Schmalspurweiterbildung“ und bringt Vergleiche mit übrigen EU-Staaten. – Nun zum einen erscheint es in heutigen Zeiten EU-weit wie auch in Deutschland möglich, sich breit mit internistischen Patienten zu beschäftigen, sofern man nicht in spezialisierten Abteilungen weitergebildet wird (hier scheint etwas Struktur und nicht die Zeit zu fehlen). Zum anderen schaffen das andere Länder in kürzeren Zeiten, z. B. FA für Kardiologie in Frankreich in drei Jahren. Auch der Hinweis, dass Internisten sich nicht in der Öffentlichkeit vom Arzt für Innere und Allgemeinmedizin abgrenzen können, trifft nicht die Realität. Wer sich Internist nennt, ist eben (nur) Internist. Die Ergebnisqualität einer Weiterbildung ist nur bedingt von der Zeitdauer abhängig, viel wichtiger ist die Struktur und dass man an seinem späteren Wirkort lernt. Insofern scheint es absurd, wenn Hege von einer Verflachung der ärztlichen Bildung in der hausärztlichen Versorgung spricht . . .
Dr. med. Hans-Michael Mühlenfeld, Woltmershauser Straße 215 a,
28197 Bremen

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote