ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2006Kinder-Psyche: Perspektiven

VARIA: Feuilleton

Kinder-Psyche: Perspektiven

Dtsch Arztebl 2006; 103(33): A-2190 / B-1895 / C-1832

Eimecke, Sylvia

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Foto: Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Marburg
Foto: Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Marburg
Jessica kam aufgrund einer bulimischen Symptomatik mit begleitender depressiver Episode und selbstverletzendem Verhalten auf die offene Station. Sie fühlte sich in ihrer Familie nicht mehr wohl, häufig unverstanden und durch Familienregeln sowie die Eheproblematik ihrer Eltern überfordert. Charakteristisch für Jessica war bei Behandlungsbeginn einerseits eine hohe Passivität oder Vermeidung von Anstrengung und Bewegung, andererseits jedoch auch Kreativität (Malerei, Gitarre und Schlagzeug spielen). Im sozialen Umgang mit Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen zeigte sie hohe Kompetenzen.
In ihrem Bild stellt Jessica geometrische Formen dar, die überwiegend eckig, jedoch am oberen Bildrand und als die zwei säumenden Bäume links und rechts rund und weich sind. Ebenfalls am oberen Bildrand findet sich ein Haus von warmer und freundlicher Atmosphäre, zu dem die eckigen Formen hinzuführen scheinen. Jessica arbeitet aus verschiedenen Blickwinkeln heraus, nimmt verschiedene Perspektiven ein und arbeitet sich aus dunklem Grund in bunte, lebensfrohe Regionen vor.
Das Bild entstand in einer Behandlungsphase, in der Jessica sich vorstellen konnte, ihr Leben doch – entgegen dem anfänglichen Wunsch nach außerhäuslicher Unterbringung – im Rahmen ihrer Familie fortzuführen. Sie zeigte im stationären Alltag wie auch bei Beurlaubungen nach Hause ein normalisiertes Essverhalten, ein adäquates Aktivitätsniveau, eine deutliche Reduktion der depressiven Symptomatik und keinerlei selbstverletzende Verhaltensweisen mehr. Sylvia Eimecke
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