ArchivDeutsches Ärzteblatt8/1997Krankenhaus Moabit: Ölgemälde zeigt Dr. Erich Nathorff

VARIA: Feuilleton

Krankenhaus Moabit: Ölgemälde zeigt Dr. Erich Nathorff

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Ein Stück Krankenhausgeschichte ist an das Krankenhaus Moabit in Berlin zurückgekehrt: in Form eines Ölgemäldes, das den Oberarzt einer Inneren Abteilung des Krankenhauses, Dr. Erich Nathorff, zeigt. Es ist ein Geschenk der Witwe des jüdischen Arztes, Dr. Hertha Nathorff-Einstein, an die Ärztekammer Berlin, verbunden mit der Auflage, es als Dauerleihgabe dem Krankenhaus Moabit zu überlassen. In der Vitrine in der Halle des Eingangs Birkenstraße ist das Gemälde nun zu besichtigen.
Der jüdische Arzt Dr. Erich Nathorff wurde am 13. Juli 1889 in Berlin geboren. Von 1919 bis 1926 war er Assistenz- und Oberarzt bei Prof. Dr. Georg Klemperer an der IV. Medizinischen Universitätsklinik am Krankenhaus Moabit. Nachdem er sich als Facharzt für Innere Medizin niedergelassen hatte, wurde er Leiter der Tuberkulosefürsorge des Bezirks Tiergarten. 1933 wurde ihm als Jude die Kassenzulassung entzogen, und er mußte die Leitung der Tuberkulosefürsorge abgeben. 1938 wurde er verhaftet und im Konzentrationslager Sachsenhausen interniert. Aufgrund persönlicher Beziehungen erreichte seine Frau im gleichen Jahr seine Entlassung aus dem Konzentrationslager. Im April 1939 wanderte die Familie Nathorff in die USA aus. Nachdem Erich Nathorff dort das medizinische Staatsexamen wiederholt hatte, ließ er sich 1941 als praktischer Arzt in New York nieder. Im Alter von 65 Jahren starb Erich Nathorff 1954 an den Folgen eines im Konzentrationslager entstandenen Herzleidens.
Das Ölgemälde wurde von dem bekannten Maler Eugen Spiro erstellt, der sich vor allem durch seine Porträts einen Namen gemacht hatte. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote