ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2006Hirsutismus: Eflornithin-Creme zur Enthaarungs-Therapie

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Hirsutismus: Eflornithin-Creme zur Enthaarungs-Therapie

Dtsch Arztebl 2006; 103(33): A-2193

Leinmüller, Renate

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LNSLNS Rund acht Prozent aller Frauen leiden unter übermäßiger Behaarung im Gesicht oder auf dem Dekolleté. Der Erkrankung liegen eine erhöhte Sekretion von Androgenen und eine gesteigerte Sensibilität der Haarfollikel für männliche Sexualhormone zugrunde. 5-alpha-Reduktase wandelt Testosteron in seine chemisch aktive Form Dihydrotestosteron um; im Haarfollikel wird das Enzym Ornithindecarboxylase vermehrt gebildet. Ergebnis: Aus dem feinen Vellushaar entwickelt sich kräftiges, dunkles Terminalhaar.
Die Ursachen dafür sind vielfältig: Neben idiopathischem Hirsutismus, wie er bei Südeuropäerinnen öfter verbreitet ist, tritt die übermäßige Gesichtsbehaarung vor allem in Zeiten hormoneller Umstellung auf wie Pubertät, Schwangerschaft oder Menopause. Auch bestimmte lang wirkende Kontrazeptiva, die nur Gestagene enthalten, hoch dosierte Pentothiazine, Metoclopramid oder Phenytoin können einen Hirsutismus auslösen. Die häufigste pathologische Ursache mit 70 bis 90 Prozent ist ein Polzystisches Ovarialsyndrom.
Das Auszupfen mit einer Pinzette ist schmerzhaft und auf großen Flächen nicht praktikabel. Außerdem kann das Haar stärker und dunkler nachwachsen als vorher. Auch eine Rasur bringt keinen dauerhaften Erfolg. Wachs birgt das Risiko der Verbrennung. Bleichen kann die Haut verätzen und ist geruchsintensiv. Epilation und Depilation müssen alle sieben bis zehn Tage wiederholt werden. Die professionelle Elektrolyse ist nicht für großflächige Areale geeignet, und die Lasertherapie erzielt wirkliche Erfolge überwiegend bei Patientinnen mit hellem Hauttyp und dunklen Haaren.
Der Wirkstoff Eflornithin (Vaniqa®, Shire Deutschland), der als Enzymhemmer kausal in die Pathogenese des Hirsutismus eingreift, ist die erste topische Therapie gegen Hirsutismus. Die Creme hat ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit in elf klinischen Studien an mehr als 1 800 Patientinnen unter Beweis gestellt. Nach sechs Monaten Behandlung reduzierte Vaniqa bei 73 Prozent der Patientinnen die Gesichtsbehaarung: Eflornithin steigert die Effektivität der Laser-Therapie, wie zwei weitere placebokontrollierte Studie zeigten.
Während die Laser-Therapie allein nur bei 67,9 Prozent der Probandinnen zu einer vollständigen oder fast vollständigen Haarentfernung führte, erzielte die Kombination aus Laser und Eflornithin den vollen Erfolg. Bei 96,4 Prozent der Testpersonen verschwanden die Haare vollständig oder fast vollständig. Eflornithin steigert den Erfolg der Laser-Therapie um rund 30 Prozent. Das Präparat ist gut verträglich: In seltenen Fällen kam es zu trockener Haut oder Juckreiz.
Dr. rer. nat. Renate Leinmüller
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