ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2006Rolf Winau †: Kritischer Medizinhistoriker

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Rolf Winau †: Kritischer Medizinhistoriker

Hibbeler, Birgit

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Rolf Winau Foto: Charité
Rolf Winau Foto: Charité
Prof. Dr. med. Dr. phil. Rolf Winau, ehemaliger Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, ist am 15. Juli im Alter von 69 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Der Medizinhistoriker und Ethiker hat sich besonders um die Aufarbeitung der Rolle der Ärzteschaft in der NS-Zeit verdient gemacht. Winau hat sich darüber hinaus in besonderer Weise für ein Gelingen der Integration der Medizinischen Fachbereiche von Freier Universität (FU) und Humboldt-Universität Berlin engagiert. In diesem schwierigen Fusionsprozess war er eine konstruktive, verbindende Kraft.
Winau studierte zunächst in Bonn und Freiburg Geschichte, Germanistik und Philosophie. Es folgte ein Medizinstudium an der Universität Mainz. Dort habilitierte Winau sich 1972 für das Fach Medizingeschichte. 1976 wurde er zum ordentlichen Professor berufen und leitete das Institut für Geschichte der Medizin der FU, später der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Zudem war er Gründungsdirektor des Zentrums für Human- und Gesundheitswissenschaften. Von 1982 bis 1985 war Winau Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik. Im März 2006 wurde er emeritiert.
Fast 300 wissenschaftliche Publikationen hat Winau verfasst. Einer seiner Forschungsschwerpunkte war die Rolle der Ärzteschaft und der Kassenärztlichen Vereinigungen während des Nazi-Regimes. Der Medizinhistoriker war an einer Vortagsreihe der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin beteiligt und publizierte auch im Deutschen Ärzteblatt mehrfach zu diesem Thema. Birgit Hibbeler
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