ArchivDeutsches Ärzteblatt8/1997Schloß Neuhaus: Ein Schatz für Brandenburg

VARIA: Feuilleton

Schloß Neuhaus: Ein Schatz für Brandenburg

Juds, Bernd

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LNSLNS In Houwalds Schlößchen Neuhaus bei Lübben im Spreewald verkehrten Grillparzer und Chamisso. Ludwig Tieck, Bettina und Achim von Arnim kamen aus dem märkischen Wiepersdorf herein. Auch "Literaturpapst" Julius Hitzig ließ sich aus Berlin herüberkutschieren - auf Neuhaus regierte der Geist der Judenemanzipation. Houwald hinterließ neben seinem literarischen Werk auch ein "soziales Oeuvre" - im "Hauptberuf" war er Landsyndikus, oberster juristischer Verwaltungsbeamter der Niederlausitz: er engagierte sich für Waisenkinder und Kranke, einige der von ihm inspirierten sozialen und medizinischen Einrichtungen existieren bis heute.
Gründe genug für die heutige Stadtverwaltung, ihren lokalen Dichterfürsten zu ehren: genau 175 Jahre nach dessen Übersiedlung ins Musenschlößchen Neuhaus lud Lothar Bretterbauer, rührig-innovativer Bürgermeister der Spreewaldmetropole, zur "feierlichen Eröffnung des Herrenhauses" in dessen Roten Salon ein. Das nach dem Kriege verwahrloste Gebäude wurde für 5,6 Millionen DM saniert. Handwerker und Denkmalspfleger besorgten die Restaurierung klassizistisch-biedermeierlicher Wandmalereien in dem 1789 erbauten Herrenhaus. Das Sternen-Dekor des Kuppelsaales erinnert an eine Freimaurerloge, die hier nach 1801 tagte. Ein Houwald-Zimmer enthält Werkausgaben und Bilder aus der Familie des Spätromantikers.
Die musikalische Weihe des Hauses besorgten der Berliner Pianist Johann Gottlob von Wrochem und der neue Hausherr Roland Treiber, welcher zugleich das Kultur- und Tourismus-Marketing der Stadt Lübben betreibt: der aus Süddeutschland zugezogene Musikwissenschaftler und Mozartexperte sang mit expressivem BaritonTimbre Carl Loewes Ballade "Die Uhr".
Die erste bedeutende Veranstaltung, in die das Haus einbezogen wird, ist das im August 1997 in Lübben stattfindende 46. Deutsche Mozartfest. Bernd Juds
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