ArchivDeutsches Ärzteblatt33/2006Kraftfahrzeugversicherung: Schnelle Regulierung bei Unfall im Ausland

Versicherungen

Kraftfahrzeugversicherung: Schnelle Regulierung bei Unfall im Ausland

Combach, Rolf

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Ob in Spanien oder hierzulande: Komplette Angaben zu beteiligten Personen, Fahrzeugen und Zeugen erleichtern die spätere Abwicklung. Foto: GDV – Die Deutschen Versicherer/GP
Ob in Spanien oder hierzulande: Komplette Angaben zu beteiligten Personen, Fahrzeugen und Zeugen erleichtern die spätere Abwicklung. Foto: GDV – Die Deutschen Versicherer/GP
Seit Januar 2003 werden in der EU die Bestimmungen der 4. Kraftfahrzeughaftpflichtrichtlinie zur Regulierung von Auslandsschäden angewandt.

Mehr als 100 000 Unfälle ereignen sich jährlich zwischen deutschen und ausländischen Autofahrern, die meisten davon in den Ferienmonaten. Oft wissen die Beteiligten bei solchen Unfällen nicht, wie die Schadenregulierung gehandhabt wird. Grundsätzlich gilt: Unfallschäden zwischen deutschen und ausländischen Autofahrern werden nach dem Recht des Landes reguliert, in dem sie entstanden sind. Schadenersatzrecht und Leistungsumfang sind in den einzelnen Ländern allerdings sehr unterschiedlich.
Wird ein deutscher Autofahrer in Deutschland in einen Unfall verwickelt, den ein Ausländer verursacht, kann er sich zur Schadenregulierung an das Deutsche Büro Grüne Karte e.V. in Hamburg wenden (Glockengießerwall 1, Telefon: 0 40/3 34 40-0), eine Einrichtung der deutschen Auto-Haftpflichtversicherer. Das Büro beauftragt dann eine deutsche Versicherungs-gesellschaft, die den Schaden nach deutschem Recht regu-liert. Es gelten die gesetzlichen Mindestdeckungssummen, also für Personenschäden 7,5 Millionen Euro pro Unfall und 500 000 Euro für Sachschäden. Hat der deutsche Autofahrer den Unfall verursacht, reguliert seine Versicherung die Schadenersatzansprüche des Ausländers wie bei einem deutschen Geschädigten.
Die zum 1. Januar 2003 in Kraft getretene 4. Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie sollte dem Autounfall im Ausland den Schrecken nehmen. Sie brachte für den Geschädigten entscheidende Vorteile mit sich. Das Wichtigste: Wer unschuldig in einen Autounfall im Ausland verwickelt wurde, hat künftig für die Behandlung seines Auslandsschadens einen Ansprechpartner im eigenen Land. Somit fallen Sprachprobleme weg. Auskunft über den verantwortlichen Versicherer und den richtigen Ansprechpartner erteilt in Deutschland der Zentralruf unter der Telefonnummer 01 80/2 50 26.
Die neue Richtlinie verbessert also die Position des Geschädigten. Dennoch bleiben als Schutz für das Risiko von Auslandsunfällen der Abschluss von Schutzbrief, Kasko- und Rechtsschutzversicherung empfehlenswert. Rolf Combach
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema