ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006Kommunale Krankenhäuser: Hohe Ansehensverluste
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LNSLNS Bei dem monatelangen Ärztestreik, der längst zu hohen Ansehensverlusten der Ärzteschaft geführt hat, waren nicht die Adressaten, sondern Patienten die Leidtragenden. Man holte sie kurzerhand aus ihren Klinikbetten und schob sie in andere Krankenhäuser ab, von den Tausenden Zurückgewiesener mal ganz zu schweigen, die sich trotz ihrer Beschwerden mit späteren Terminen abfinden mussten. Zweifelsohne sind derartige Auswüchse mit dem ethischen Grundprinzip „Salus aegroti suprema lex“ kaum vereinbar, mögen die Anliegen der Marburger Aufwiegler, vornan Frank Ulrich Montgomery, durchaus plausibel erscheinen. Allerdings dürfen sie nicht auf dem Rücken unbeteiligter Patienten erzwungen werden, einmal ganz abgesehen davon, dass sie in Anbetracht der finanziellen Misere des Gesundheitswesens dem Trend der Zeit widerlaufen. Allerorts wird Beschäftigten inzwischen mehr Arbeit ohne zusätzliche Bezahlung abverlangt. Das berühmte Stück vom großen Kuchen dürfte in Zukunft also eher kleiner als größer ausfallen.
Dr. med. Hellmuth Reckendorf, Beethovenstraße 4, 68165 Mannheim
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