ArchivDeutsches Ärzteblatt34-35/2006Vertragsärztliche Vergütung: Illusionär

BRIEFE

Vertragsärztliche Vergütung: Illusionär

Dtsch Arztebl 2006; 103(34-35): A-2233

Kuntz, Michael

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LNSLNS . . . Wie weit wollen wir uns eigentlich noch anbiedern? Ist man bei der KBV tatsächlich so realitätsfremd, dass man glaubt, nun plötzlich den „Stein der Weisen“ gefunden zu haben? Bei der Entwicklung des EBM 2000plus kreißte der Berg viele Jahre lang – und gebar eine dysplastische Maus. Derartig unsinnige und nur mit immensem administrativen Aufwand zu bewältigende Regelungen wie beim EBM 2000plus gab es zuvor noch nie. Nun treibt man die nächste Sau durchs Dorf – und plötzlich soll alles besser werden. Wer will das noch glauben? Man sucht das Heil nun in Pauschalen und gibt sich der völlig unrealistischen Illusion hin, diese könnten trotz der Pleite des GKV-Systems ausreichend hoch ausfallen (wie war das doch mit dem kalkulierten Punktwert von 5,11 Cent beim EBM 2000plus?). Das Grundproblem liegt einfach darin, dass das GKV-System schon lange tot ist . . . Das Sachleistungsprinzip ist in einer modernen Gesellschaft obsolet . . . Ein Großteil der Probleme des Gesundheitswesens (fehlende Transparenz, Verschwendung, mangelndes Kostenbewusstsein, Betrügereien) wäre gelöst, wenn auch „Kassenpatienten“ Rechnungen nach GOÄ erhielten (mit reduzierten Steigerungsfaktoren). Wozu brauchen wir andere Gebührenordnungen als die GOÄ? . . . Nachdem außer der FDP keine weitere Partei zu den dringend erforderlichen radikalen Reformen bereit ist, sollten wir Ärzte das Zepter selbst in die Hand nehmen, uns unserer Freiberuflichkeit erinnern und den Mut haben, die Kassenzulassung kollektiv zurückzugeben, statt uns wie dämliche Lämmer zur Schlachtbank führen zu lassen . . .
Dr. Michael Kuntz, Blücherstraße 17 b, 76185 Karlsruhe
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